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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 20. 5. 1897
Schnitzler, Arthur
Paris
Empfang: 22. 5. 1897
Beer-Hofmann, Richard
Wien
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, Kuvert, 2.717 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Versand Stempel 1:
Stempel 2:
  • Ort: Wien 1/1
  • Datum: 22 5. 97
  • Zeit: 9–10½V.
  • Vorgang: Bestellt
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 322–323.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 104–105.
Veröffentlichung 3
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 20. 5. 1897. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00678.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00678«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 20. 5. 1897

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Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
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Wiener Schnitzler
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Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 20. 5. 1897

|Mr Dr Richard Beer-Hofmann

|20. 5. 97
Paris.
Lieber Richard, die Pariser Tage – sie werden wahrscheinlich bald »sehr schön gewesen« sein – nahen ihrem Ende; Montag fahre ich nach London und bin in den ersten Junitagen in Wien. Sie aber fahren bereits in den selben ersten Junitagen nach Ischl?
Ich werde Sie doch hoffentlich noch in Wien finden? Beruhigen |Sie mich darüber, indem Sie mir eine Zeile nach London schreiben. Meine Adresse ist sehr complicirt: bei Felix Markbreiter London S E. Honor Oak, Woodville Hall. –
Paul behauptet, so oft ich irgend ein Entzücken oder eine Befriedigung über irgend was hier äußere – und es wimmelt von solchen Gelegenheiten, dss Sie einmal ge|äußert, Paris hätte Ihnen nichts zu sagen. Sie werden das einmal beschämt zurücknehmen. Sie ahnen nicht, was Ihnen Paris alles zu sagen hätte und wie viel Sie gerne antworten möchten. Diese Stadt dampft von Cultur, und ich hab mich kaum über einen Menschen ärgern können, der mir zufällig heute grad sagte, er sei in Wien gewesen, |denke gern dran zurück: c’est une gentille petite ville. Man spürt auch etwas wahres in dieser Phrase: dss eigentlich die ganze Welt in Paris enthalten sei; man hat eine Ahnung von Unendlichkeit, in der man beinah so einsam sein könnte wie in der Wüste. Wissen Sie, was mir eine große Freude sein würde? einmal mit Ihnen hieher zu kommen – nicht |ohne Ihnen das Versprechen abgenommen zu haben, nicht bei jeder Auslage stehn zu bleiben. Ich würde Sie aber nie an die Seine führen, wo an den Quais auf den Steinbrüstungen Millionen Bücher liegen – Sie würden dazu allein zwanzig Jahre brauchen. Dort findet man, wie Sie gleich sehen werden, alle Bücher der Welt; |um mir eine Emotion zu verschaffen, hab ich mit einer Verkäuferin um ein Exemplar von »Mourir« »gefeilscht« – das Luder hat’s mir für 60 centimes gelassen – unaufgeschnitten! (das Buch mein ich.)
– Mit Ihr bin ich sehr zufrieden; sanft, lieb, ein bischen rührend. Ich hab sie wahrscheinlich viel lieber, als wenn ich sie lieb hätte. – Wir . . .  na, wir reden ja in Wien darüber. –
|Der Graf, dem Sie die Empfehlung an Paul mitgegeben, ist, losgelöst von den Leuten, unter denen er noch einer der anständigsten ist, ein ganz widerliches Subjekt; verlogen und verlottert. Moralschule Altenberg, Beobachtungsschule Bahr.
Sie sitzt, während ich Ihnen schreibe, im Nebenzimmer und liest eben die Scene zwischen dem |Dichter (Biebitz) und der Schauspielerin, die ich übrigens geändert habe, so dss man sagen kann: Biebitz bleibt Biebitz! – Aber sonst haben Sie hoffentlich mehr gearbeitet als ich. Nach diesen zwei Dingen sehn ich mich unbeschreiblich: nach dem Schreiben und nach dem Bicycle! – Können Sie’s endlich? (Bicycle natürlich. –)
Seien Sie herzlich gegrüßt. Ihr
Arthur.
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale