HERAUSGEBER
FELIX RAPPAPORT. Wien, 16. September 1898
REDACTION UND ADMINISTRATION:
Telephon Nr. 2579.
Sehr geehrter Herr Doctor!
Ich lese in den Zeitungen von Ihren drei neuen Einactern, die DrBrahm im »Deutschen Theater« aufführen wird.
Darf ich Sie nochmals, aufrichtig und innigst bitten, ob Sie mir einen von diesen zum
Abdruck in der »Rundschau« überlassen möchten?
Ich gebe Ihnen die Versicherung, dass ich glücklich wäre, wenn Sie meine Bitte
erfüllen würden, dass ich von Tag zu Tag mehr einsehe, wie bornirt, leicht-fertig meine literarischen Radicalismen von seinerzeit waren. Ich brauche nur an
die nach Ihnen Kommenden zu denken u bin
beschämt.
Überdies würden Sie mich hiedurch besonders verpflichten, weil mir Ihre Gabe eine moralische Unter|stützung wäre, gerade jetzt besonders
werthvoll, wo die literarischen Schwarzkünstler aller Art meinem Herausgeber in den Ohren
liegen.
Verzeihen Sie, bitte, die Belästigung und erfüllen Sie – bitte – bald mein
Ansuchen.
Ich bin
Ihr sehr ergebener
Stefan Großmann
Ihr sehr ergebener
Stefan Großmann
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