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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 10. [1899]
Hofmannsthal, Hugo von
Venedig
Empfang: [3. 10. 1899 – 7. 10. 1899?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.535 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »236«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 131–132.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 2. 10. [1899]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00986.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00986«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 2. 10. 1899

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 2. 10. [1899]

Charles Walther Electric light and steamheat in all rooms
Propr. Hydraulic Lifts
Mêmes Maisons
Venice, den 2ten X.

mein lieber Arthur

was Sie mir schreiben, isso wahr: für die Momente dankbar sein, in denen man eine gewisse innere Fülle empfindet. Dass aber das alles unter so furchtbar dunklen Gesetzen steht und dass die Starrheit manchmal alles ergreifen |kann, sogar die Empfindung für die Existenz aller andern Menschen!
Mit meinem Stück geht es sonderbar. Ich hab in Vahrn nochmals einen ganz unbrauchbaren 3ten Act gemacht, recht verschieden von dem, den Sie in Ischl gesehen haben, und doch falsch. Eine schlechte Art, die Menschen und ihr Schicksal anzusehen. Der Grundfehler war, wie ich jetzt weiß, schon im zweiten Act gelegen. Bin dann hier her gefahren. Wollte ganz aufhören, mich absolut von dem Stoff losmachen. Das war ich aber auch nicht im Stande. Habe wieder den 2ten Act vorgenommen. In dieser weichen helleren Luft hier |nimmt alles weichere Formen an; ich arbeite wieder mit Freude, die Bekanntschaft mit den umgeschmolzenen Figuren kommt mir zu Hilfe und ich hoffe hier sehr rasch weit zu kommen.
Brahm will ich in diesen Tagen schreiben. Es liegt mir aus weitläufigen Gründen sehr viel daran, dass das Stück wenigstens in einem der Theater noch in diesem Spieljahr drankommt.
Richards Stück ist in der Anlage wunderschön und er arbeitet gar nicht langsam, etwa 30–40 Verse |im Tag.Wie froh bin ich, solche Menschen zu haben wie Sie und Richard. Dass man trotzdem so oft so traurig, oed und starr sein kann.
Ich bin vielleicht noch 14 Tage hier. Kommen Sie nicht vorbei und lesen mir zur Ermuthigung was vor?
Von Herzen Ihr
Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge