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Mêmes Maisons
Venice, den 2ten X.
mein lieber Arthur
was Sie mir schreiben, ist so wahr: für die Momente dankbar sein, in denen man eine
gewisse innere Fülle empfindet. Dass aber das alles unter so furchtbar dunklen
Gesetzen steht und dass die Starrheit manchmal alles ergreifen |kann, sogar die Empfindung für die
Existenz aller andern Menschen!
Mit meinem Stück geht es sonderbar. Ich hab in Vahrn nochmals einen ganz
unbrauchbaren 3ten Act gemacht, recht verschieden von
dem, den Sie in Ischl gesehen haben, und doch
falsch. Eine schlechte Art, die Menschen und ihr Schicksal anzusehen. Der Grundfehler
war, wie ich jetzt weiß, schon im zweiten Act gelegen. Bin dann hier her
gefahren. Wollte ganz aufhören, mich absolut von dem Stoff losmachen. Das war ich
aber auch nicht im Stande. Habe wieder den 2ten Act vorgenommen. In dieser weichen helleren Luft hier |nimmt alles weichere Formen an;
ich arbeite wieder mit Freude, die Bekanntschaft mit den umgeschmolzenen Figuren
kommt mir zu Hilfe und ich hoffe hier sehr rasch weit zu kommen.
Brahm will ich in diesen Tagen schreiben. Es
liegt mir aus weitläufigen Gründen sehr viel daran, dass das Stück wenigstens in einem der Theater noch
in diesem Spieljahr drankommt.
Richards Stück ist in der Anlage wunderschön und er arbeitet gar
nicht langsam, etwa 30–40 Verse |im Tag.Wie froh bin ich, solche Menschen zu haben
wie Sie und Richard. Dass man trotzdem so oft so traurig, oed und starr sein kann.
Ich bin vielleicht noch 14 Tage hier. Kommen Sie nicht
vorbei und lesen mir zur Ermuthigung was vor?
Von Herzen Ihr
Hugo.
Hugo.
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