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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 11. 10. 1907
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [11. 10. 1907 – 15. 10. 1907?]
Bahr, Hermann
Wien
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Theatermuseum, HS AM 23387 Ba
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 2 Seiten, 2.058 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift (Unterschrift, Korrekturen und Nachschrift)
Textzeuge 2
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, 85.1.294/2
Typ Brief
Beschreibung Durchschlag, 2 Blätter, 2 Seiten, 2.058 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift (Ergänzung: »bold«)
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 564–565.
Veröffentlichung 2
11. 10. 1907. In: Arthur Schnitzler: The Letters of Arthur Schnitzler to Hermann Bahr. Edited, annotated, and with an introduction, by Donald G. Daviau. Chapel Hill: The University of North Carolina Press 1978, S. 99–101 (University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures, 89).
Veröffentlichung 3
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 397–398.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 11. 10. 1907. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01721.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01721«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 11. 10. 1907

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 11. 10. 1907

|Dr. Arthur Schnitzler 11. Okt. 07

Lieber Hermann,

Ich danke Dir sehr, dass Du mir ermöglicht hast Dein neues Stück zu lesen. Dass Du es kurzweg als Scherz bezeichnest nehme ich als Koketterie. Ich habe durchaus Vergnügen und sehr oft Freude daran gehabt. Man wünschte sich vielleicht Gestalten wie Korz und Fanny, auch Jason und die geringern, in einer ernster bewegten Welt wiederzufinden, wie ich überhaupt die Charakteristik und Karikaturistik in dem Stück noch höher werten möchte, als das anekdotische Element. Ich hoffe | aus praktischen Gründen | Du bereitest das Publikum durch einen glücklichen Untertitel ein wenig vor, wie es seine Augen einzustellen hat, um mit ungestörter Lust schauen und geniessen zu dürfen. Nennst das Ganze vielleicht burleske Komödie oder so ähnlich. Ferner, wenn mir ein bescheidener Rat gestattet ist, würde ich die Schlussscene des zweiten Aktes | den schwarzen Kuss | streichen, da mir ihr Humor zu Kadlbürgerlich scheint im Verhältnis zu der grotesken Laune, die sonst durch die Komödie fegt. Ob es den Leuten möglich sein wird sich ganz nach Deinem |Willen in die gemässigtere Haltung des Schlusses zu finden, wag ich nicht vorher zu sagen. Für das, was den »Witz« in Deinem Stücke vorstellt, reicht natürlich auch das aus, was am Ende die »Pointe« wird, und das burleske widersetzt sich seiner ganzen Natur nach jeder entgiltigen Erledigung. Es ist gleichsam aus dem Chaos selbst geboren, während der Witz doch immer ein Spross des Tages ist, in einer Art von festem Verhältnis zu unsern Sitten, unserer Ordnung, unserer Tradition steht, auch wenn er sich über sie lustig zu machen scheint. Der Witzbold besieht sich die Erde von einem Fesselballon aus, der Burleskant schwebt frei in den Lüften. In ihm steckt so sicher ein Anarchist, wie im Witzbold ein Pedant. Dies nur nebenbei | wie es das Los der allgemeinen Bemerkungen nun ist. | Im übrigen glaub ich, dass sich die Leute bei Deinem Stück sehr amüsieren werden, selbst wenn sie es verstehen sollten.
[handschriftlich:] herzlichste Grüße, auch von meiner Frau.
laß doch, von Zeit zu Zeit ein Wort von dir hören.
Dein
Arthur
    Bildrechte © Theatermuseum, Wien