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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 25. 9.  1911
Mann, Thomas
Bad Tölz
Empfang: [26. 9. 1911 – 30. 9. 1911?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 67
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.540 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Mann«
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen
Veröffentlichung 1
Hertha Krotkoff: Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe. In: Modern Austrian Literature, Jg. 7 (1974) Nr. 1/2, S. 14–15.
Veröffentlichung 2
Hans-Ulrich Lindken: Arthur Schnitzler. Aspekte und Akzente. Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt am Main, Bern, Göttingen: Peter Lang 1984, S. 196–197 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, 754).

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 25. 9. 1911. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02032.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02032«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 25. 9. 1911

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 25. 9. 1911

|Bad Tölz, den 25. IX. 1911.

Sehr verehrter Herr Doctor:

Durch meinen Bruder, der zur Zeit bei uns wohnt, erfahre ich von dem Hinscheiden Ihrer Mutter und möchte Sie bitten, den Ausdruck auch meiner herzlichen Teilnahme freundlichst entgegenzunehmen.
Ich las mit großer Bewunderung Ihre so wunderbar gehobene Dichtung in der »Rundschau« und erwarte mit freudiger Ungeduld die Münchner |Erstaufführung Ihres neuen Stückes. Meinen Bruder sehe ich schwer verstimmt – und bin es mit ihm – über das Fehlschlagen der Hoffnungen, die er auf sein Drama gesetzt hatte. Ich habe es erst jetzt hier in der Korrektur gelesen und muß zum Mindesten die Energie bewundern, mit der ein an weit ausladender Breite gewöhnter Romancier so viel Leidenschaft und Schicksal in ein paar knappe Dialoge zusammenzupressen vermochte. Gewiß, die Theaterdirektoren thun |höchst Unrecht, das Stück zurückzuweisen! Es mag sein, daß die beiden späteren Akte gegen den ersten an Bühnenwirksamkeit zurückstehen, aber dichterisch genommen bringen sie die eindringlichsten Dinge, und die schönsten Repliken sind in ihnen enthalten. Und ist es nicht schließlich so, daß eine dramatische Arbeit dieses Autors ohne Weiteres aufgeführt werden müßte? Wäre das nicht eine selbstverständliche Aufmerksamkeit des Theaters gegen den Dichter der »Kleinen Stadt«? Entfällt da|bei für die Direktoren nicht jede künstlerische Verantwortung? Hoffentlich erkennt nun wenigstens Frau Durieux in Berlin in der Leonie eine gute Rolle.
Mit den besten Empfehlungen an Sie und Ihre Gattin,
sehr verehrter Herr Doctor,
Ihr ergebenster
Thomas Mann.
    Bildrechte © University Library, Cambridge