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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 18. 4. 1913
Engländer, Georg
Wien
Empfang: [18. 4. 1913 – 22. 4. 1913?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.2889
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 2.673 Zeichen (mit lateinischen Zahlen nummeriert)
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »G. Engländer«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung und Markierungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Engländer an Arthur Schnitzler, 18. 4. 1913. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02123.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02123«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 18. 4. 1913

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Georg Engländer an Arthur Schnitzler, 18. 4. 1913

|Freitag d. 18/IV 1913.

Hochgeehrter Herr!

Vielen innigsten Dank für Ihre so liebe Theilnahme an meines Bruders Geschick. Ich antworte erst heute, da ich nach gestern eine erschöpfende Aussprache mit dem Primarius des Sanat. Steinhof vor hatte & Ihnen darüber Bericht geben wollte.
Primarius Dr Richter hält Peter für entlas|sungsmöglich; so bald ich damit einverstanden, der Peter hingebracht, ist er sofort freigegeben.
Die Schwierigkeit liegt aber wo anders.
Bier dürfte er höchstens Abends ein kleines Glas trinken, eigentlich gar keines, denn seit 10 December 1912 erhielt er keinen Tropfen Alkohol mehr, er ist in der Anstalt zu Paraldehyd als Schlafmittel gewöhnt |worden, auch daher darf ihm nichts ausgefolgt werden er müßte es unter strenger Aufsicht regelmäßig dosirt erhalten. Sie kennen ja Petersein Freiheitsdrang geht ja nur dahin, sich Auszutollen, dann, mit was immer, wahllos sich Schlaf oder Betäubung verschaffen.
Anders kann er ja in Freiheit wieder nicht leben.
Seine Skizze Nerven-Sanatorium gibt uns ein Bild, wie er es in freieren An|stalten treibt, damals war er in der Sulz; da am Steinhof bin ich sicher dass kein Unfug, weder mit Alkohol noch mit Schlafmitteln getrieben werden kann & sein Cerebralzustand ist noch so unruhig so aufgeregt & unstet, dass ich erst da eine Besserung & Beruhigung abwarten möchte.
Es wäre denn, dass thatsächlich eine Garantie, darunter meine ich aber nicht Versprechungen od. Versicherungen Peters, geschaffen werden |könnte, sondern wirklich eine Sicherheit, dass Peter zumindest nach 4–6 Wochen wol frei sei, aber punkto Alkohol & Schlafmittel unter strengster Aufsicht.
Gewiß wäre dies das Ideal, da ich mich ja nicht darüber täusche, dasseine Erregung über die ihm vorenthaltene Freiheit, jetzt gewiß auch ungünstig auf seine Nerven einwirkt.
Aber lieber noch dieser |Nachtheil, als das andere & gewiß größere risico eines neuerlichen Verfalles!
Der financielle Punkt den er Ihnen gegenüber erwähnte, ist völlig aufgeklärt; von seiner Seite ein Versehen, für das er nichts kann. In meiner Rechnungführung fand ich Ihren w. Namen nicht vor & als er mich darum fragte, sagte ich nein, von Dr Schnitzler |ist nichts eingelaufen, da ich ja monatlich von S. Fischer ca 100 K zugesandt erhielt aber nicht wußte dass diese mit dieser Sammlung identisch seien, was ich ihm also Sonntag aufklären werde & Sie hiemit frdl. entschuldigen wollen.
Peter kann täglich ab 2 Uhr besucht werden, übrigens auch in den Vormittags-Stunden, die Ärzte dort aber |treffen Sie nur zwischen 2 & 4 Uhr an; dem Herrn Primarius Richter habe ich von Ihrem voraussichtlichen Besuch u. Rücksprache mit ihm Meldung erstattet.
Für Ihre wirklich herzlich schöne Absicht mitzuhelfen wiederholten innigsten Dank.
von Ihren Sie hochschätzenden
Ergebensten
G. Engländer.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar