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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 4. 1913
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [23. 4. 1913 – 27. 4. 1913?]
Bahr, Hermann
Salzburg
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Theatermuseum, HS AM 23393 Ba
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 3 Seiten, 2.757 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift (Korrekturen, Unterschrift)
Zufügungen
Ordnung Lochung
Textzeuge 2
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, 85.1.294/4
Typ Brief
Beschreibung Durchschlag, 2 Blätter, 3 Seiten, 2.757 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift (Streichung »dass der Aufenth.«)
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 20–22.
Veröffentlichung 2
22. 4. 1913. In: Arthur Schnitzler: The Letters of Arthur Schnitzler to Hermann Bahr. Edited, annotated, and with an introduction, by Donald G. Daviau. Chapel Hill: The University of North Carolina Press 1978, S. 110–111 (University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures, 89).
Veröffentlichung 3
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 484–485.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 22. 4. 1913. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02129.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02129«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02129.html |titel=Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 22. 4. 1913 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1913-04-22 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 22. 4. 1913

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Briefe mit Autorinnen und Autoren
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Schnitzler/Bahr
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Wiener Schnitzler
Mikroverfilmung des Nachlasses

Mappe A114

Datumsangabe auf Blatt von Fink und Fliederbusch: »Vorgeschichte Müllers…«

Kalliope Verbundkatalog
Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Arthur an Altenberg, Peter [Briefe]

1 Bl.Durchschl. Mit 1 weit. Ex. 1 Bl.Durchschl.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 22. 4. 1913

|Dr. Arthur Schnitzler 22. 4. 1913.

Lieber Hermann.

Ich habe nun Altenberg, seinen Bruder und seinen Arzt gesprochen und glaube ein klares Bild von der ganzen Sache zu haben. Altenberg ist vor zirka 4–5 Monaten wegen eines akuten alkoholischen Irreseins nach Steinhof gebracht worden. Die schweren Erscheinungen, Verfolgungsideen etc., die, erst in der Anstalt selbst auftraten, dürften (was mir ärztlicherseits allerdings nicht gesagt wurde) auf die plötzliche vollkommene Abstinenz zurückzuführen gewesen sein (die man jetzt, ich weiss nicht recht warum, statt der früher geübten allmählichen Entwöhnung in vielen Fällen anwendet). Ich habe Altenberg geistig frischer gefunden als seit langer Zeit, nur eben sehr erregt, weil er schon gerne auf den Semmering möchte. Freilich besteht die Gefahr, besser die Sicherheit, dass er ohne ärztliche Aufsicht sofort wieder zu trinken und bald auch wieder alkoholisch |zu exzedieren anfängt. Diese Gefahr wird aber gerade so wie heute in acht Tagen, in vier Wochen und in einem halben Jahr bestehen. Dazu kommt, dass seine steigende Erregung wegen der Internierung in Steinhof seinem allgemeinen Zustand kaum förderlich sein dürfte. Dies alles habe ich auch Peter Altenbergs Bruder gesagt, und da der Chefarzt gegen P. A.’s Entlassung nichts einzuwenden hat, wenn der Bruder die Verantwortung übernimmt, (man muss allerdings fragen, wofür?), so dürfte P. A. in wenigen Tagen die Reise auf den Semmering antreten können. Der Bruder möchte nur, was ich sehr vernünftig finde, dass P. A. wenigstens anfänglich nicht im Hotel, sondern im Kurhaus, also unter recht bescheidener ärztlicher Aufsicht wohne. Für den Fall, dass sich das nicht durchführen liesse, wäre auch die Begleitung durch einen Wärter in Erwägung zu ziehen. P. A. möchte selbst sehr gern seinen Wärter aus dem Sanatorium für ein paar Tage mitnehmen, wenn dem nicht, wie es den Anschein hat, von Seiten der Anstalt Schwierigkei|ten entgegengesetzt würden. Es hat meiner Ansicht nach wirklich keinen Sinn Peter Altenberg länger in Steinhof zu halten, wenn auch kaum zu bezweifeln ist, dass nach einiger Zeit ihm ein neues Delirium und wahrscheinlich eine neuerliche Internierung, die ja dann der Umgebung wegen nicht zu vermeiden ist, bevorstehen dürfte. Von den Degenerationserscheinungen, die man nach allerlei Gerüchten hätte befürchten können habe ich bei Altenberg nicht das Geringste bemerkt, und ich glaube, wenn auch vielleicht die plötzliche Abstinenz zu Beginn der Anstaltsbehandlung nicht ausschliesslich von Vorteil für ihn gewesen war, – die geänderte Lebensweise im weiteren Verlauf und alles was damit zusammenhängt hat ihm sicher nur gut getan. Was natürlich kein Anlass ist den Aufenthalt ohne Notwendigkeit zu verlängern.
Herzlichen Gruss
Dein
[handschriftlich:] Arthur
[maschinenschriftlich:] Herrn Hermann Bahr, Salzburg.
    Bildrechte © Theatermuseum, Wien