mein lieber Arthur
auch mir ist das Notwendige, das Constante in allem Menschlichen mit reifenden Jahren
immer stärker vor Augen und in der Seele – und es war nichts anderes als was Sie
bezeichnen: »leise Wehmut« – was mich hatte diese Zeilen vom Semmering schreiben lassen.Inzwischen war ich ein wenig in Nieder- und
Oberoesterreich, |per Auto, ganz im Flug: Amstetten – Ischl – Salzburg – dann zurück nach Wels – Enns, bei Wallsee über die Donau, am nördlichen Ufer weiter, eine Nacht in Dürnstein: dies alles, nächste Landschaft, wird mir immer ergreifender, immer
abgrundtiefer – auch mein eigenes Verhältnis dazu, durch Blut und Nicht-Blut,
Verbundenheit und Sehnsucht, Nah-sein und Fern-sein. Wenn dies so fortgeht, so muss
ja das Alter eine wehrhafte zitternde, leicht fiebernde Jugend sein. – Wir erwarten
in diesen Tagen Schroeder; kommt er nicht, was auch leicht möglich, so sind
wir in allernächster Zeit bei Euch. Von
Herzen Ihr
Hugo.
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