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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 28. 3. 1914
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [28. 3. 1914 – 1. 4. 1914?]
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,147
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.969 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 273–274.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 36–37.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 28. 3. 1914. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02168.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02168«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 28. 3. 1914

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 28. 3. 1914

|Wien, 28/3 914
mein lieber Hugo, ich danke Ihnen sehr für Ihre Gratulation zum Raimundpreis; und will Ihnen für alle Fälle gleich sagen, dass Sie mir gewiss nicht zum Schatten geworden sind und es niemals werden können. Wenn unsre Beziehungen ein wenig loser geworden sind, oder besser gesagt, sich eben in einer loseren Epoche befinden, so ist daran wohl mehr äußeres als inneres schuld, und dass Sie eher geneigt sind, nach mir zu rufen als ich nach Ihnen liegt wohl hauptsächlich daran, dass Sie oft »sowieso« nach Wien kommen, ich aber nie »sowieso« nach Rodaun – ferner daran: dass wir’s uns beide, wohl aus unsrer Natur heraus so und nicht anders eingerichtet haben. Und so käm ich jetzt wohl auch auf den Semmering – wenn mir die Wetterverhältnisse um diese Zeit oben nicht so unangenehm wären. Ändert sichs noch beträchtlich, so meld ich mich vielleicht. Andernfalls möcht ich Sie im Thal so bald es angeht, sehn; denn ich glaube, |Sie haben das Bedürfnis mir von Ihrer neuen Arbeit was zu erzählen – und ich rechne es wie Ihnen nicht unbekannt ist, immer zu meinen besten Stunden, wenn Sie sich zu mir über Ihre Sachen aussprechen. Und aus solchen Stunden scheiden wir, wie Sie wohl auch schon oft gefühlt haben, so in besten Sinnen verbunden, dass ein Auseinanderlaufen äußerer Lebenslinien für das wesentliche unsrer Beziehungen auf längre Zeit hin ohne Bedeutung, wenn auch oft mit einiger Wehmut zu empfinden bleibt. Im ganzen aber glaub ich, trotz aller Ehrfurcht vor dem Gesetz der Entwicklung, immer mehr an die Constanz der menschlichen Beziehungen sowie an die der Menschen: was aus uns und aus andern wird, hat Ahnung längst vorausempfunden, und jeder Wolkendunst unsrer Jugend, der sich harmlos zu verziehen schien, kommt irgend einmal als Gewitter wieder. Von diesem Ausflug ins Allgemeinere oder Halbwahre kehre ich in die Realität gerne wieder, wo ich Sie sehr bald, und ich hoffe in besserer Stimmung als Ihr Brief mir vertraut, zu sehn u sprechen wünsche.
Herzlichst Ihr Arthur.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main