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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 1. 10. 1919
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [2. 10. 1919 – 6. 10. 1919?]
Hofmannsthal, Hugo von
Bad Aussee
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,149
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 3 Seiten, 3.118 Zeichen
Handschrift Bleistift, lateinische Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 285–286.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 195–197.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo Hofmannsthal, 1. 10. 1919. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02327.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02327«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 1. 10. 1919

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Gedruckte Briefwechsel

Hedy Kempny an Arthur Schnitzler, 1.10.1919

Quelle: Hedy Kempny und Arthur Schnitzler: Das Mädchen mit den dreizehn Seelen. Eine Korrespondenz ergänzt durch Blätter aus Hedy Kempnys Tagebuch sowie durch eine Auswahl ihrer Erzählungen. Hg. v. Heinz P. Adamek. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1984. (Neue Frau)

Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo Hofmannsthal, 1. 10. 1919

|1. 10. 19
Wien
mein lieber Hugo, vor ein paar Wochen schon hat mir die Hofrätin gesagt, Sie seien auf einen Brief an mich ohne Antwort geblieben; ich will Ihnen nur mittheilen, dss Ihr Brief vom 19. 9. der erste ist, den ich seit vielen Monaten von Ihnen erhielt – der letzte berichtete von Ihrem leidenden Zustand und ich schrieb Ihnen darauf, dss ich gern einmal zu Ihnen nach Rodaun käme, aber darauf hatt ich von Ihnen nichts weiter gehört. Nun freuts mich sehr dss die neueste Kunde so arbeitsfroh und hoffnungsvoll klingt und es wäre wahrhaftig schön, wenn man wieder einmal einer jener feiertäglichen Vorlesestunden entgegensehen dürfte – die nur im Lauf der Jahre um so viel seltener geworden sind als selbst die seltensten Feiertage. Und was für eine Reihe von festlich ergreifenden Abenden – von jenem ersten an, an dem Sie mir, an einem warmen Juniabend war es, in der Giselastraße, »Gestern« vorlasen – oder war ich es, der mit dem »Märchen« anfing, in der Seidlgasse, bei Richard – ich weiß nicht mehr? Es kam wirklich wenig darauf an, ob das Werk als solches mehr oder weniger vollendet war – der Beifall geringer oder größer – im Rückblick bleiben es durchaus Stunden der kräftigsten, belebtesten Atmosphäre – bessere, reinere: als wenn man dasselbe Werk zum ersten Mal der Oeffentlich|keit zu praesentiren hatte. Ich bin höchst gespannt was Sie aus Altaussee mitbringen werden. Mit meiner Arbeit (Stück) geht es so langsam vorwärts, dss ich fast von einem Stillstand sprechen kann – obzwar ich die Continuität zum mindesten durch beharrliches Anstarren unbeschriebener Papierblätter oder Ausstreichen des Geschriebenen festzuhalten versuche. Das letzte, was ich fertig gemacht habe, sind die »Schwestern«, die bei Reinhardt kommen sollen; – mir selbst ist selten was von mir so lieb gewesen. Ich hab allerlei vor, manches aus den letzten Jahren ist sogar recht weit gediehen; aber meine Arbeitskraft ist – wohl unter dem Einfluss dieses grauenhaften Weltzustandes – so tief herunter wie noch nie. Zu einer größern Reise hab ich mich nicht entschließen können, nun lädt mich meine Schwägerin sehr dringend nach Partenkirchen (wohin auch Olga im Anschluss an ein Münchner Concert gehen wird); aber mich graut vor Wartesälen, Bahncoupés, Zollvisitationen, Gepäckaufgeben; und so wird auch daraus kaum was werden. Ich bin in diesem Sommer |nur in Reichenau gewesen, einmal zehn Tage (mit all den Meinen) einmal drei Tage; – das ist für mich ein Ort so erfüllt von Erinnerungen der mannigfachsten Art, dss ich ihnen, in der schweren Stimmung dieser Sommertage, kaum gewachsen war. Immerhin wurden mir in tausend und mehr Metern Höhe, auf Wiesen, an Waldesrand, ein paar gute Stunden.
– Wenn nicht früher mein lieber Hugo so sehe ich Sie wohl bei der Generalprobe der sonnigen Frau (ich habe Strauß um Einlaß gebeten, auch für Olga, hoffentlich gehts) – ich kenne schon allerlei daraus vom Clavier her und freu mich ganz besonders. Haben Sie denn nun auch die Märchen-Erzählung, von der Sie mir öfters sprachen – die denselben Stoff behandelt, fertig gemacht?
– Ich schicke diese Zeilen noch nach Aussee. Haben Sie weiterhin gute, reiche Tage!
Von Herzen Ihr
Arth
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main