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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. 11. 1919
Hofmannsthal, Hugo von
Bad Aussee
Empfang: [3. 11. 1919 – 7. 11. 1919?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.145 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift die Jahreszahl »19« ergänzt
2) mit rotem Buntstift einzelne Unterstreichungen
Ordnung 1) mit Bleistift von Frieda Pollak (?) mit dem Buchstaben »A« (Abgeschrieben/Abschrift) gekennzeichnet
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
3) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »? 383«, bei der von Schnitzler ergänzten Jahreszahl ebenfalls ein Fragezeichen hinzugefügt
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 287.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 2. 11. 1919. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02331.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02331«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02331.html |titel=Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 2. 11. 1919 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1919-11-02 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 2. 11. 1919

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 2. 11. 1919

|Bad Aussee 2 XI 19

mein lieber Arthur

Sie haben mir vor mehr als einem Monat einen so lieben schönen Brief hierher geschrieben – ich dank Ihnen vielmals dafür.Über unsere Vorlesungen denk ich so wie Sie: sie sind mir auch als Feste ganz besonderer Art in der Erinnerung, und am stärksten und besondersten von allen die des »Märchens« in Richards verhängter u. nach Naphtalin riechender Wohnung in der Gärtnergasse – aber auch manche Andere, so ein Abend wo Sie mir ganz allein – oder mir und Schwarzkopf – in der Wohnung, die Sie vor dieser jetzigen zuletzt bewohnten – die Geschichte des Freiherrn von Leisenbogh vorlasen, die ich so besonders liebe.
Wenn |ich das Gesellschaftslustspiel fertig habe, an dem ich immer noch im Einzelnen herumbessere, so freue ich mich recht sehr, es Ihnen, sei es Ihnen allein oder mit noch ein paar Menschen, zu lesen. Vielleicht hätte ich die Gesellschaft, die es darstellt, die Oesterreichische aristokratische Gesellschaft, nie mit so viel Liebe in ihrem charme und ihrer Qualität darstellen können als in dem historischen Augenblick wo sie, die bis vor kurzem eine Gegebenheit, ja eine Macht war, sich leise u. geisterhaft ins Nichts auflöst, wie |ein übriggebliebenes Nebelwölkchen am Morgen.
Inzwischen ist das Märchen von der Frau ohne Schatten zu Ihnen gewandert, und, hoffentlich, seit langem in Ihren Händen.
Ich habe, in fassieben Jahren, unsäglich viel Mühe an diese kleine Arbeit gewandt – hoffentlich merkt man ihr dies nicht an. Wenn sie Ihnen und Olga ein bischen Vergnügen gemacht hat, sschreiben Sie mir ein paar Zeilen darüber – wessen Beifall sollte man denn wünschen u. suchen, als der paar Menschen mit |denen und durch die man das Leben gelebt hat.
Adieu, Arthur.Im Vorübergehen möcht ich Sie auf ein sehr kluges, zu vielem Denken anregendes Buch aufmerksam machen, das mir diese letzten etwas unproductiveren Föhntage sehr bereichert hat: Keyserlings Reisetagebuch eines Philosophen.
Ihr Hugo
PS. Ist es denn richtig dass ein absurdes Gesetz einem Händler der Brahms ganzen Briefwechsel gekauft hat, jetzt das Recht gibt, unsere so ganz vertraulichen Briefe an den Todten, ob wir wollen oder nicht, zu publicieren?
    Bildrechte © University Library, Cambridge