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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 19. 9. 1919
Hofmannsthal, Hugo von
Bad Aussee
Empfang: [20. 9. 1919 – 24. 9. 1919?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 2.258 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung 1) mit Bleistift von Frieda Pollak (?) mit dem Buchstaben »A« (Abgeschrieben/Abschrift) gekennzeichnet
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
3) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »382«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 284.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 19. 9. 1919. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02326.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02326«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 19. 9. 1919

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Olga Schnitzler, 19.9.1919

Quelle: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931. Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein Verlag 2018

Gedruckte Briefwechsel

Hedy Kempny an Arthur Schnitzler, 19.9.1919

Quelle: Hedy Kempny und Arthur Schnitzler: Das Mädchen mit den dreizehn Seelen. Eine Korrespondenz ergänzt durch Blätter aus Hedy Kempnys Tagebuch sowie durch eine Auswahl ihrer Erzählungen. Hg. v. Heinz P. Adamek. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1984. (Neue Frau)

Weiteres

Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 19. 9. 1919

|Bad Aussee, den 19. IX 19.

mein lieber Arthur

sehr oft in diesem Sommer sind meine Gedanken zu Ihnen gegangen. In Ferleiten im Juli, wenn ich herumging in dem stillen engen Thal das mir die Jahre meiner frühen Jugend so nahe bringt, fielen Sie mir ein als einer von denen, die schon damals meine Freunde waren und an die ich auf einem Holztisch in dem kleinen Tannenwald hinterm Gasthaus – und der Holztisch steht noch immer da – Briefe schrieb. Das ist siebenundzwanzig Jahre her, wie schwer fasslich! – Dann war ich dreimal in diesem Sommer in Salzburg u. nie bin ich durch den Mirabell-garten gegangen, nie nach Hellbrunn oder Leopoldskron, ohne so herzlich an Sie zu denken.
Das letzte Mal, dass ich Sie gesehen habe, das war bei der Generalprobe der Oper »Palestrina« – da waren Sie so schwer bedrückt von dem was in der Welt vorging und sich anzukündigen schien, so bemüht u. bekümmert sah Ihr vertrautes inhaltsvolles Gesicht aus – ich wurde dann bald krank, da sah ich sehr oft Ihr Gesicht so vor mir. Meine Krankheit war tiefergehend als sie im ersten Augenblick schien, vom ersten April bis in den Juli hinein war ich ein kranker, veränderter Mensch – erst in Ferleiten, ganz ganz einsam, hab ich mich zu mir selber |zurückgefunden, und nach jedem solchen Zurückfinden ist man ja vielleicht ein stärkerer Mensch als je zuvor, man ist halt um eine Windung der Schraube höher gekommen. –So muss ich mich glücklich nennen seit Ende Juli, es ist eine Productivität über mich gekommen wie ich sie viele Jahre – es waren halt zu schwere Jahre – nicht gekannt habe, es sind Arbeiten fertig geworden, andere in mir aufgewacht, noch andere stark vorwärts gekommen – ich glaube es ist einiges darunter, dem Sie Ihren Beifall geben werden, der mir immer so warm u. vertraut und von Grund aus woltuend ist.
So stark ist dieses Zuströmen von Einfällen und ssicher endlich einmal – Sie kennen meine bizarre schwierige Natur – die rhytmische Wiederkehr productiver Stunden, dass ich Strauss u. Schalk gebeten habe, mich bei den Proben der »Frau ohne Schatten« zu entschuldigen – ich bin ja dort ohnedies nur das fünfte Rad am Wagen – so komme ich erst knapp vor der Première, dann hoffe ich Sie recht bald zu sehen. – Wie schön wenn man nur sich wieder ein bisserl öfter sähe!
Von Herzen Ihr
Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge