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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 31. 3. 1920
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Empfang: [31. 3. 1920 – 4. 4. 1920?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.904 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung 1) mit Bleistift von Frieda Pollak (?) mit dem Buchstaben »A« (Abgeschrieben/Abschrift) gekennzeichnet
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »265«
3) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »365«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 292.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 31. 3. 1920. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02339.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02339«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 31. 3. 1920

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Max Reinhardt an Arthur Schnitzler, 31.3.1920

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Der Briefwechsel Arthur Schnitzlers mit Max Reinhardt und dessen Mitarbeitern. Otto Müller Verlag, Salzburg: 1971.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 31. 3. 1920

|Wien
31 III 20

mein lieber Arthur

ich fühle nach den Berichten u. allem was man so hört dass der Lustspielabend sehr gut gegangen ist, trotz mittelmäßiger Schauspielerei, und dass auch andere, Reprisen-abende sehr gut gegangen sind und dass überhaupt, wenigstens in diesem Betracht, eine gute Zeit für Sie ist, und ich freue mich darüber so herzlich als ich nur kann. Sie sind fast der einzige höhere Schriftsteller, der sich wirklich ein Publicum, was ja ganz etwas anderes |ist, als eine Gemeinde, zusammengebracht hat, und dies sowohl hier als in Deutschland – und hier insbesondere scheinen mir manchmal Ihre Arbeiten, wenn ich darüber nachdenke, wirklich die einzigen zu sein, durch deren Aufführung überhaupt ein höheres Theaterleben mit dem Character der Gegenwärtigkeit noch besteht.
Warum, nebst allem übrigen Unheil, auch die Schauspielkunst in Wien so herabkommen musste, dass ein Mensch wie ich kaum zweimal |im Jahr sich überwinden kann in eines dieser Theater hineinzugehen – das bleibt unerfindlich. Mit »ein Mensch wie ich« meine ich einen Menschen, der gern ins Theater geht, den ein guter Characterspieler interessiert, ein wirklicher Volkskomiker entzückt, ein leidliches Zusammenspiel fesselt, alles was nicht ganz platt u. plump u. übel provinciell ist, noch anzieht! Und wohin ist überhaupt das Wienerische an diesen Wiener Bühnen gekommen? Und wo ist irgend ein bestimmter Geschmack, |irgend eine Intention, irgend eine Richtung? Was ist das für eine grauenvolle Confusion, für ein Sammelsurium anstatt eines Repertoire! Dies alles ist freilich nur ein Detail in einer finstern Epoche – aber wie könnte man sich freuen, wenn man über dieser Scheinwelt nur einigermaßen mit Lust die wirkliche vergessen könnte.
In den »Casanova« gehe ich natürlich sobald meine rheumatischen Füße mich so weit tragen. Ich habe böse 9 Wochen hinter mir, dies ist das letzte residuum.
Von Herzen Ihr
Hugo
PS. Über Ostern sind wir in R.
    Bildrechte © University Library, Cambridge