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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 13. 5. 1922
Braun, Felix
Wien
Empfang: [13. 5. 1922 – 17. 5. 1922?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.5563
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.252 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) auf der ersten Seite mit Bleistift beschriftet: »Felix Braun«
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen
Veröffentlichung 1
Hans-Ulrich Lindken: Arthur Schnitzler. Aspekte und Akzente. Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt am Main, Bern, Göttingen: Peter Lang 1984, S. 410–411 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, 754).

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Felix Braun an Arthur Schnitzler, 13. 5. 1922. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02381.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02381«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 13. 5. 1922

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Interviews
Interviews
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Hedy Kempny an Arthur Schnitzler, 13.5.1922

Quelle: Hedy Kempny und Arthur Schnitzler: Das Mädchen mit den dreizehn Seelen. Eine Korrespondenz ergänzt durch Blätter aus Hedy Kempnys Tagebuch sowie durch eine Auswahl ihrer Erzählungen. Hg. v. Heinz P. Adamek. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1984. (Neue Frau)

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Weiteres

Felix Braun an Arthur Schnitzler, 13. 5. 1922

|Wien, den 13. V. 1922

Verehrter Herr Doktor!

Gestatten Sie auch mir, Ihnen zu Ihrem sechzigsten Geburtstag einen herzlichen Gruß und Glückwunsch zu sagen. Solche Tage haben ihren schönen Sinn darin, aus den sonst leider so verschlossenen Seelen der Menschen hervorzuholen, was sie aus Scheu, aus Trägheit, aus irgendwelchen Gebundenheiten lieber bei sich behalten als kundgeben. Wie wenig wird dem Dichter doch zuteil, was er ssehr nötig hat: die Versicherung, daß seine Gaben empfangen, beherzigt, wirksam geworden sind. Dazu bedarf es der Gedenktage, die freilich allzu sehr aufhäufen, was, weise verteilt, das schwere, harte Leben freudenreicher gemacht hätte. Nun, wir wollen uns dessen darum nicht minder freuen.
|Dem Dichter so vieler bedeutender, richtunggebender und schöner Werke muß nicht erst gesagt werden, wer er ist. Er weiß es selbst und – wünschen wirs! – würdigt den eignen Genius auch, der ihn so und nicht anders gebildet und gestaltet hat. Die Fülle des Gespendeten wird jetzt übersehen, die Auslese daraus reich genug getroffen werden können. Soviel ist gewiß: daß die spätere Generation an das Maß Ihrer meisterlichen Schöpfungen nicht im Entferntesten herangereicht hat, daß überhaupt das strenge Künstlertum des Aufbaus und der Gestalt von keinem der Nachstrebenden eingehalten worden ist. Möchte Sie dies Bewußtsein, verehrter Herr Doktor, mit Freude erfüllen und zu weiterer Dichtung und Arbeit drängen!
Ich wünsche vor allem: Gesundheit und Lebensfreude, die ja doch die Grundlagen aller unserer Kräfte sind. Wenn dieser freudige |Tag die letztere nur recht befestigte, so wäre er schon darum zu loben; die erstere wird hoffentlich der Arzt in Ihnen nicht minder künstlerisch als ein Werk zu erhalten und zu fördern wissen. Zum Dritten endlich wünsche ich, es möchte Ihnen vergönnt sein, immer Schöneres hervorzubringen – dieser Wunsch wird Ihnen wohl der liebste sein, dem jedenfalls werden Sie nicht entgegen wirken mögen. In einem Augenblick wie diesem brauchen wir die Dichter – die nämlich, die es wirklich sind – mehr als je. Wenn nur sie es nicht überdrüssig werden, den immer tauben Ohren und immer blinden Augen zu geben!
Herzlichst grüßend verbleibe ich in Verehrung stets Ihr ergebener
Felix Braun
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar