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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 18. 11. 1923
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [19. 11. 1923 – 23. 11. 1923?]
Mann, Thomas
München
Textzeuge 1
Signatur CH, Zürich, Thomas-Mann-Archiv, B-II-SCHNM-2
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, Kuvert, 1.354 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Thomas Mann, 18. 11. 1923. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02404.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02404«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 18. 11. 1923

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Thomas Mann, 18. 11. 1923

Herrn Thomas Mann
 [maschinenschriftlich:] Puschingerstr. 1.

Wien, 18. 11. 923

lieber und verehrter Herr Thomas Mann,

dürft ich mir im geringsten das Recht und die Kraft zugestehen, Sie zu Fortführung u Beendigung des Felix Krull anzuspornen, ich thät es, wenn man so sagen darf, aus vollen Stiefeln. Das Fragment, das vorliegt, find ich köstlich und kostbar. Ich weiß nicht, ob Sie selbst (verzeihen Sie die Anmaßung) die völlige Einzigartigkeit Ihrer Stimme so zu spüren im Stande sind, wie der Leser – aber ich wünschte, daß Sie das »Buch der Kindheit« einmal nur als Kenner und Genießer, nicht nebstbei als der Verfasser sich zu Gemüthe führten, – Sie hätten die reinste Freude und empfänden die Pflicht und den Drang zu »erinnern«, – wie ich sie empfand.
Ich wünschte zum Beschluss dieser Zeilen nicht von der Stadt reden, in der Sie leben, von der Welt, in der wir alle leben – nur die Hoffnung aussprechen, daß Sie mit den Ihren sich so wohl befinden, als es überhaupt möglich. Man erzählt sich, dß Sie bald nach Wien kommen wollen. Wir sehen einander hoffentlich gewiss wieder.
Seien Sie, mit Ihrer verehrten Gattin
sehr herzlich gegrüßt von Ihrem
freundschaftlich ergebenen
Arthur Schnitzler
(Darf ich vielleicht auch noch erwähnen, daß mein 21jähriger Sohn, wie meine 14jährige Tochter (die ein bischen über ihre Jahre hinaus ist) von Ihrem Fragment in gleicher Weise entzückt waren?)