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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 20. 2. 1923
Mann, Thomas
München
Empfang: [21. 2. 1923 – 25. 2. 1923?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 67
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.951 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift mehrere Unterstreichungen
Ordnung mit Bleistift von Frieda Pollak (?) mit dem Buchstaben »A« (Abgeschrieben/Abschrift) gekennzeichnet
Veröffentlichung 1
Hertha Krotkoff: Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe. In: Modern Austrian Literature, Jg. 7 (1974) Nr. 1/2, S. 20–21.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 20. 2. 1923. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02397.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02397«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 20. 2. 1923

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 20. 2. 1923

|Dr. Thomas Mann München, den 20. II. 23.

Verehrter Herr Dr. Schnitzler!

Für Ihren liebenswürdigen Brief vom Dezember habe ich noch vielmals zu danken. Die Abenteuer Casanovas in Amerika haben mich sehr amüsiert. Auf die Frage, die Sie daran knüpfen, weiß ich nicht viel zu antworten, denn meine Erfahrungen mit Kirpatrick + Brandt sind beschränkt. Vor Jahr und Tag wurde »Buddenbrooks« nach Amerika verkauft, das ist alles. Die Bezahlung war nicht schlecht: 500 Dollars, wenn ich nicht irre. Aber das Risiko ist auch wohl groß, – obgleich der Roman durch einen Buddenbrook-Film gestützt werden wird, den zur Zeit eine Berliner Export-Firma mit meiner schamlosen Zustimmung |herzustellen im Begriffe ist. Was wollen Sie, – das ist der Krieg!
Auf Ihre freundlichen Worte über den republikanischen Aufsatz bilde ich mir nicht wenig ein. Seien Sie überzeugt, daß ich Ihre Skepsis in Hinsicht auf die Bedeutung positiver Staatsformen vollkommen teile. Hier handelte es sich für mich um eine rein praktische Aktion, mit der ich in gewissen Grenzen genützt zu haben glaube, denn der Artikel ist im Auslande viel excerpiert worden. Aber freilich gegen die Thorheit der Franzosen ist nicht aufzukommen. Offenbar haben sie es sich in den Kopf gesetzt, jedem das Konzept zu verderben, der versucht, in Deutschland zum Guten zu reden. Man versichert, daß die Détails von der Ruhr nicht nur nicht übertrieben sind, son|dern sogar noch hinter der Wahrheit zurückbleiben. Der Ingrimm ist fürchterlich, und man sieht nicht ab, was einmal daraus werden soll.
Ich wollte Sie um Folgendes bitten. Felix Salten hatte die große Freundlichkeit, mir sein Buch »Bambi« zu schicken, – und ich habe seine Adresse nicht. Wollen Sie es gütigst übernehmen, ihm in meinem Auftrage zu danken? Ich finde diese Tier- und Waldgeschichte reizend, erquickend, voll von Humor und Natur. Sagen Sie ihm das!
Ich komme Ende März nach Wien (wahrscheinlich wieder mit meiner Frau) und will hoffen, daß Sie dann noch nicht im Norden sind.
Ihr ergebener
Thomas Mann.
    Bildrechte © University Library, Cambridge