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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 6. 1925
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [7. 6. 1925 – 11. 6. 1925?]
Mann, Thomas
Veröffentlichung 1
Festgrüße an Thomas Mann. Zum fünfzigsten Geburtstage. In: Neue Freie Presse, Nr. 21814, 7. 6. 1925, S. 29.
Veröffentlichung 2
Hertha Krotkoff: Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe. In: Modern Austrian Literature, Jg. 7 (1974) Nr. 1/2, S. 4.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Thomas Mann, 7. 6. 1925. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02442.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02442«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 7. 6. 1925

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Interviews
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kino

Schnitzler geht ins Kino, 7. Juni 1925

Quelle: »A. ist manchmal wie ein kleines Kind«. Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino. Herausgegeben von Stephan Kurz und Michael Rohrwasser unter Mitarbeit von Daniel Schopper. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2012.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Thomas Mann, 7. 6. 1925

|Lieber und verehrter Thomas Mann!

Erlauben Sie mir, daß ich statt eines Glückwunsches ein paar anspruchslose Bemerkungen hieher setze, die ich anläßlich der Lektüre Ihres wundervollen »Zauberberg« in mein Notizbuch geschrieben habe und die ich daher in aller Bescheidenheit als Ihnen gewidmet bezeichnen darf. Im übrigen wissen Sie seit lange, wie sehr ich Sie liebe und bewundere.
Ihr
Arthur Schnitzler.
Dem Humoristen – und nur ihm unter allen Schriftstellern – ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja, sie ist unter Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.
Behagen ist die eigentliche Grundbedingung des Humors sowohl in subjektivem als in objektivem Sinn. Und der Begriff des Behagens verträgt sich nicht mit Beschränkungen irgendwelcher Art. In gewissem Sinne kann der Humorist niemals ein Ende machen – kaum einen Anfang. Nur technische Notwendigkeiten nötigen ihn dazu.
Der Humorist lustwandelt innerhalb der Unendlichkeit.
In der Tragik gerät der menschliche Geist, so tief er auch hinabsteigen mag, irgendeinmal auf Grund – im Humor niemals.
Die tragische Weltanschauung, von den Höhen des Humors aus betrachtet, wirkt in jedem Falle irgendwie beschränkt, wenn nicht lächerlich oder gar unsinnig.
Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zu spielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.
Ironie, Witz, Satire können nur als gelegentliche Ausdrucksformen des Humors künstlerisch bestehen. Auf sich selbst gestellt mögen sie allerlei Wirkung tun – Wirkungen politischer, moralischer, schriftstellerischer Art, aber mit Kunst in höherem Sinne haben diese Wirkungen nichts zu schaffen.
Humor ist immer dämonischer Natur; das Reich von Witz, Ironie, Satire, dieser gefallenen Engel des Geistes, ist innerhalb des Satanischen geschlossen.
Nicht jeder Künstler von Genie – sschrieb ich vor kurzem Hugo Thimig ins Stammbuch – hat Humor, aber jeder Künstler von Humor (nicht jeder Spaßmacher) hat Genie. Humor ist der weitere und höhere Begriff. Er ist das eigentliche Genie des Herzens, da Güte wohl ohne Humor, aber Humor niemals ohne Güte bestehen kann.
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