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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 12. 7. 1925
Brandes, Georg
Kopenhagen
Empfang: [13. 7. 1925 – 17. 7. 1925?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Briefkarte
Beschreibung 1.525 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift vereinzelte Unterstreichungen
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »60«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 149–150.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 12. 7. 1925. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02445.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02445«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 12. 7. 1925

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 12. 7. 1925

|Kopenhagen 12 Juli 25
Freund! Haben Sie herzlichen Dank für herzliche Worte.Unter Ihren Uebeln scheint einem 83 Greis das Ohrleiden das einzige ernste. Glücklicherweise ist es nicht schlimmer, als dass Sie sich gastfreundlich mit den Leuten unterhalten können, und theatralischen Erfolg erleben. Ich las kürzlich sehr genau aufs Neue Beatrice’s Schleier und fand darin Tiefen, eine Einsicht in die Frauenseele, die ich nie gehabt hab und nie erwerben könnte. Bin dazu geschaffen von complicirteren Frauen an der Nase herumgeführt zu werden und nur die einfachen zu verstehen. – Sie sind und bleiben für mich der Angelpunkt Wiens. Da Sie mit vielen Menschen und mit dem Theater zu tun haben, kennen Sie nicht mein Loos, die Einsamkeit. Alle fast sind gestorben, die mir nahe standen, alle |die wenigen, an die ich Vertrauen haben konnte. Und ich mache keine neue Bekanntschaften, habe zu viele Täuschungen erlitten. Unter uns – bitte, sagen Sie es Niemand – die sogenannte Menschheit ist eine abscheuliche Bande. Es gibt ja glücklicherweise einige Ausnahmen. – Kopenhagen ist im Sommer eine Wüste, aber ich mag nicht reisen, arbeite stetig, aber es ist »die Arbeit des schlechten Kopfes« wie mein alter Schuldirector sagte, wenn ich meine Irrthümer mit meinem Fleiss entschuldigen wollte. – Sie haben doch wenigstens Erfolge aufzuweisen, in meinem Fach gibt es keine Erfolge; ich verkaufe 1500 oder 2000 Exemplare in meinem Patria und die Uebersetzungen bringen nichts ein.Doch genug geheult und seien Sie innigst bedankt. Ihr Georg Brandes
    Bildrechte © University Library, Cambridge