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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 9. 3. [1926]
Hofmannsthal, Hugo von
Rodaun
Empfang: [10. 3. 1926 – 14. 3. 1926?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 4 Seiten, 1.912 Zeichen (das zweite Blatt nummeriert mit: »II.«)
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift die Jahreszahl ergänzt: »26« und beschriftet: »Hugo«. Datiert: »9/3 26«
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand auf der zweiten Seite der Vermerk »Abgeschrieben« und auf der vierten, ansonsten unbeschriebenen Seite der Name: »|Hofmannsthal«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »370«
3) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »379«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 305.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 9. 3. [1926]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02466.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02466«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 9. 3. 1926

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kino

Schnitzler geht ins Kino, 9. März 1926

Quelle: »A. ist manchmal wie ein kleines Kind«. Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino. Herausgegeben von Stephan Kurz und Michael Rohrwasser unter Mitarbeit von Daniel Schopper. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2012.

Weiteres

Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 9. 3. [1926]

|Rodaun 9 III

mein lieber Arthur

Lili, das hübsche, Hüte wechselnde, schwer wiederzuerkennende Wesen sagt mir, dass Sie schon eine ganze Weile zurück sind, in dessen ich Sie noch in Deutschland glaubte.
Sie soll mir nur freundlich verzeihen und mich immer etwas vertraulich anlächeln. Denn ich habe nicht etwa ein schlechtes Physiognomieengedächtnis, sondern etwas viel Sonderbareres. Meine Phantasie verändert mir das Erinnerungsbild, sie gestaltet um, verschärft einen bestimmten Zug, und tritt dann das Original vor mich, so weigert sich die Phantasie, die Identität anzuerkennen. Ich grüße infolgedessen in einem Theater oder auf der Gasse fast nur fremde Menschen, deren Gesichter ich mit vermeintlichen Gesichtern in einen plausiblen |Zusammenhang bringe. Außerdem aber habe ich schlechte Augen.Soviel nun von Lili u. meinen schwierigen, durch wechselnde Hüte und wechselnden Ausdruck noch erschwerten Begegnungen mit ihr. Jetzt aber eine Bitte, eine Quälerei, eine mehr zu den vielen die jede Post bringt. Aber ich wage es, denn es handelt sich darum, einem ordentlichen, in die schwierigste Lage geratenen Menschen zu helfen. Der Verleger Erich Reiss (Verleger von Brandes und anderen, fast lauter guter Sachen) ist zusammengebrochen. Es wäre ihm vom größten Nutzen, vor allem moralisch, wenn Sie (ebenso wie ich) die Güte haben wollten, ein paar Zeilen in Maschinschrift zu dictieren, worin Sie bekunden dass der Verlag Erich Reiss |ein Unternehmen von culturellem Wert war.
Bitte tun Sie es auch mir zu lieb, ich kenne den Menschen seit vielen Jahren, und durchaus im Guten.
Ein paar überaus liebe Zeilen, die Sie mir vor vielen Wochen schrieben, klingen immer in mir nach.Soll ich, wenn es freundlicher wird, zu einem Vormittagsspaziergang hinüber kommen?Oder gibts eine andere Form der Begegnung, die Ihnen nicht beschwerend ist?
In Freundschaft Ihr Hugo.
PS Die Sache mit E. Reiss ist, soviel ich verstehe, dringend eilig!
    Bildrechte © University Library, Cambridge