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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 12. 1927
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Empfang: [29. 12. 1927 – 2. 1. 1928?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.486 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift beschriftet: »Aphorismen« und zahlreiche Unterstreichungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »392«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 307–308.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 29. 12. 1927. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02496.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02496«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 29. 12. 1927

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Mikroverfilmung des Nachlasses

Mappe A224

Datumsangabe auf Blatt von Zug der Schatten

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 29. 12. 1927

|Rodaun. 29 XII. 27

mein lieber Arthur,

nicht leicht hätte mich etwas so bewegen können, wie dieses Buch mit einer Auswahl Ihrer Betrachtungen und Aphorismen. Wenn ich eines Ihrer Stücke oder eine Ihrer unvergleichlichen Erzählungen aufschlage (beides immer mehrmals im Jahr) so bin ich freilich vermöge der Gegenwart dessen, der hinter den Gestalten steht, auch in Ihrer Gesellschaft. Hier aber widerfährt mir dies in einer doch viel directeren Weise. Es sind nicht die Resultate des Denkens, die bei mir vielfach andere wären, auch nicht einmal die Gegenstände des Denkens (auch in denen tritt die individuelle Verschiedenheit zu Tage, die zwischen uns fast so groß ist wie die wechselseitige Sympathie) – |es ist etwas viel Intensiveres: der Rhythmus Ihres Denkens rührt mich unmittelbar an, und damit das wahre unauflösliche Geheimnis Ihrer Person – und bewegt mich tief. – Ich erinnere mich, dass wenige Tage nach dem Tod meiner Mutter mich der Anblick ihres Kastens tief erschütterte; da lagen in Fächern, nett in Seidenpapier gewickelt, Schlüssel, Notizbücher, hundert kleine unansehnliche Gegenstände, alle verknüpft mit den kleinen Bemühungen und Lasten eines weiblichen Lebens, und aus dem allen brach das Gefühl dieses nun abgerissenen Lebens mit einer das Herz zusammendrückenden Gewalt hervor, ganz anders als etwa aus hinterlassenen Briefen.
Ich weiß, Sie haben jetzt den Besuch Ihrer Tochter. Wenn Sie mich später einmal sehen wollen, schreiben Sie mir ein Wort.
In Freundschaft
Ihr Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge