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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 30. 12. 1927
Adam, Robert
Wien
Empfang: [30. 12. 1927 – 3. 1. 1928?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 1
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.127 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Adam«
2) mit rotem Buntstift Vermerk: »Aphorismen« und vereinzelte Unterstreichungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »19«
Textzeuge 2
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod.ser. 52.268, 347 verso – 349 recto
Beschreibung Handschriftliche Abschrift, 2 Blätter, 2 Seiten, 2.127 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, Gabelsberger Kurzschrift
Textzeuge 3
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod.ser. 52.268, 347 verso – 349 recto
Beschreibung Maschinenschriftliche Abschrift, 2 Blätter, 2 Seiten, 2.127 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Robert Adam an Arthur Schnitzler, 30. 12. 1927. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02497.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02497«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 30. 12. 1927

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Robert Adam an Arthur Schnitzler, 30. 12. 1927

|Wien, am 30. Dezember 1927

Hochverehrter Herr Doktor!

Wenn ich es unternehme, Ihnen für die Übersendung Ihres Buches der Sprüche und Bedenken meinen Dank zu sagen, so verführt mich die alteingefleischte Gewohnheit meines Berufes, dem nicht leicht etwas ohne Begründung entschlüpft, dazu, meinen Dank nicht etwa bloß zu äußern, sondern auch zu begründen. Will ich aber Sätze einer Begründung formen, so ist es mir, als müßte ich einen unübersehbaren Tatbestand in wenige Worte zusammenfassen und leichthin erledigen. Ein Einzelbild mag man nach einmaliger längerer Betrachtung |kühn beurteilen; um aber zu einer Bildersammlung, die viele Säle füllt, klare Stellung zu nehmen, bedarf’s wiederholter Begehung und vergleichenden Hin- und Herwandelns. Und Ihr Buch ist eine in klarer Systematik zusammengefaßte Aneinanderreihung der wesentlichen Ergebnisse eines langen und reichen Dichterlebens, dem nichts Menschenerhebliches fremd blieb, der Abriß Ihrer Lebensphilosophie, und zwischen den Abschnitten Ihrer Aphorismen eröffnen sich Ausblicke, verlockend zu verbindender Gedankenarbeit. Wenn der Aphorismus, der in der Literatur das ist, was die Bleistiftskizze in der bildenden Kunst, die redlichste Art des Schrifttums ist, weil er entgegen allen andern Arten, vom lyrischen Gedicht bis zum philosophischen Wälzer, keiner Lüge und keiner Maske Raum gibt, |da sich alles posieren läßt, Gefühl wie Erlebnis, Gründlichkeit wie Gewalt, nur nicht der Gedanke selbst und seine Form, und nirgends wie bei ihm jeder kleine Satz den ganzen Autor zeigt: wie verehrungs- und liebenswürdig erscheint der Autor dieser Sprüche und Aphorismen, wie lebt seine uns aus unserer Jugend schon vertraute Erscheinung in jedem dieser klaren Worte! Welche Erlebtheit, welche Liebe zur Wahrheit und zur Form, welche Herrschaft des Geistes und über alles Geistige spricht aus jedem Spruch!
Ich muß mich mit dieser Begründung bescheiden und mit einer Wiederholung meines Dankes, der mir Gelegenheit gibt, Ihnen, hochverehrter Herr Doktor, zur Jahreswende alles Freudige zu wünschen!
Mit den besten Empfehlungen und |dem Ausdruck meiner tiefen Ergebenheit
Ihr
DrRAdam
    Bildrechte © University Library, Cambridge