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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 25. 12. 1927
Rie, Therese
Wien
Empfang: [25. 12. 1927 – 29. 12. 1927?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 82
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 1 Seite, 1.063 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift beschriftet: »Aph« und fünf Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 25. 12. 1927. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02568.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02568«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 25. 12. 1927

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Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 25. 12. 1927

|Wien, Weihnachten 1927.

Verehrter Herr Doktor,

Bitte, nehmen Sie einen Brief wie eine leise und bescheidene Stimme, die bis zu Ihnen will. Ich möchte Ihnen nichts andres sagen, als dass mich Ihre Sprüche und Bedenken so tief ergriffen haben, wie es mir nur noch einmal im Leben geschehen ist: als ich in meiner Jugend Nietzsches Morgenröthe zum erstenmale in die Hand bekam. Damals sprangen Tränen auf – wie gestern, als ich Ihr Buch las. Wie schön, dass einem dergleichen noch passieren kann! Da ist jedes Wort erlebt und erfühlt und erblutet. . .  Ich drücke das sehr schlecht aus, aber Sie haben ja selbst von dem Riesen gesprochen, der an einer Tür der Wahrheit Wache hält, dem Wort. Ich kann mit ihm nicht ringen, bei einem Boxkampf zwischen ihm und mir käme nicht viel heraus. Ich möchte Ihnen nur ganz subjektiv danken für dieses – vielleicht schönste Ihrer Bücher. Und ich habe keine andre Berechtigung dazu, es zu tun, als dass ich von Jugend auf mit Ihren Gestalten gelebt habe und dass sie mich bis zum heutigen Tage begleiten.
Ihre
ThereseRie-Andro.
    Bildrechte © University Library, Cambridge