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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 6. 1929
Hofmannsthal, Hugo von
Rodaun
Empfang: [4. 6. 1929 – 8. 6. 1929?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 2.084 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift mehrere Unterstreichungen
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »381«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 312.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 3. 6. 1929. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02509.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02509«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 3. 6. 1929

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Pollaczek: Schnitzler und ich
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kino

Schnitzler und Pollaczek sehen „Die Insel der Liebe“ (Originaltitel „L’ile d’amour“), 3. Juni 1929

Quelle: »A. ist manchmal wie ein kleines Kind«. Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino. Herausgegeben von Stephan Kurz und Michael Rohrwasser unter Mitarbeit von Daniel Schopper. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2012.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 3. 6. 1929

|Rodaun 3. Juni 29

mein lieber Arthur,

so waren Sie also in der Zwischenzeit nicht verreist. Sie haben den Besuch Ihres Schwiegersohnes hier empfangen, statt mit ihm zu reisen, Sie waren eine Woche lang recht unwohl, sind aber gottlob wieder völlig davon hergestellt – dies alles, wenn ich den Bericht der guten Freundin B. Z. recht verstehe.
Ich war 14 Tage, genau 13 Tage, in Italien, bis gegen Rom hin, ohne das eigentlich römische Gebiet zu berühren. Es waren sehr schöne Tage.
Vor dem Wegfahren las ich sehr viel in Ihren Sachen, erzählendes u. dramatisches durcheinander, alles mit dem größten Vergnügen. Ja, so gut Leutnant Gustl erzählt ist, »Fräulein Else« schlägt ihn freilich noch; das ist innerhalb der deutschen Literatur wirklich ein genre für sich, das Sie geschaffen haben. Sehr großen Eindruck machte mir auch der »Einsame Weg«; so wenige Figuren eigentlich, und ein so großer Reichtum erreicht. Den Roman habe ich |auch wieder gelesen, so wie Sie es vorschlugen, von Capitel V bis zum Ende. Aber ich habe diese Arbeit nun einmal weniger gern, und ich könnte es auch begründen. Die Einwände beginnen bei der Hauptfigur, die mir nicht ganz consistent erscheint (ihr Äußeres und Inneres nicht ganz übereinstimmend) – aber der Haupteinwand geht tiefer. Aber darüber müsste man sich, wenn überhaupt, mündlich unterhalten. – Vor ein paar Tagen, gegen Abend, kam ich zurück, wollte mir irgend ein Buch suchen, und griff wieder nach einem von Ihnen: nach den Dämmerseelen, und las dann alle 5 oder 6 Geschichten mit der größten Bewunderung. Dieser schwebende Ton und diese bezaubernde Leichtigkeit (nicht ohne Unheimlichkeit dabei) gehört wirklich nur Ihnen. Vielleicht ist dies, alles in allem, Ihr meisterhaftestes Buch; aber man soll keine Censuren austeilen. – Ich möchte Sie so gerne bald wiedersehen. B. Z. sagt mir, Sie fahren gerne Auto. Kann ich Sie nicht abholen, für einen halben Tag, – vor- oder nachmittag oder wie es Ihnen passt? Ich brauche nicht zu sagen, dass es mir die größte Freude machen würde. Rufen Sie vielleicht einmal zwischen 9h und 10h Rodaun N. 3 an?
Von Herzen Ihr Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge