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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 30. 9. 1923
Rie, Therese
Wien
Empfang: [30. 9. 1923 – 4. 10. 1923?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 658
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 1 Seite, 1.291 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift (eine Unterstreichung, Grußformel und Unterschrift)
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift zwischen erstem und zweitem Absatz: »Fliederbusch«
2) mit rotem Buntstift beschriftet: »Rie-Andro (Fliederbusch)« und fünf Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 30. 9. 1923. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02576.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02576«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 30. 9. 1923

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 30. 9. 1923

|Wien, 30. 9. 23

Verehrter Herr Doktor,

Haben Sie sehr sehr herzlichen Dank! Ich habe mich einen ganzen Nachmittag meiner Lieblingsbeschäftigung hingeben können: zu lachen. Wenn Sie freilich auch das »ernste Lachen« mit dazu rechnen wollen, das einen überkommt, wenn man das Allzumenschliche blosgelegt sieht. Es ist ein sehr weises Stück und ich weiss jetzt genau, warum ich es damals so besonders liebte!
Ich schicke Ihnen zugleich den versprochenen Rolland; Sie hätten ihn längst bekommen, aber ich wusste, dass Sie verreist waren. Hoffentlich interessiert er Sie – umsomehr, als Sie, wie Stefan Zweig mir in Salzburg erzählte, mit Rolland dort zusammen waren. Ein paar Aufsätze finde ich ja ein bischen langweilig, aber der Händel ist ergreifend schön für meinen Geschmack. Auch Metastasio mit seinem ganz modernen Musikdramatiker-Empfinden hat mir sehr gefallen und der musikwütige Engländer, der Musik so sehr vergöttert und so ungern bezahlt, ist auch nicht schlecht.
– – Sonderbar ist mirs immer, dass Rolland sich um J. S. Bach jedes Mal mit ein paar bewundernden Worten herumdrückt; aber ihm nie recht in die Nähe will. Vielleicht gibts da trotz allem doch nationale Schranken – oder er hat die Hmoll-Messe nie ordentlich gehört
Nochmals herzlichsten Dark und viele Grüsse1
[handschriftlich:] Ihre
Therese Rie.
    Bildrechte © University Library, Cambridge