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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 23. 7. 1923
Rie, Therese
Bernried
Empfang: [24. 7. 1923 – 28. 7. 1923?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 658
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.938 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Rie«
2) mit rotem Buntstift vier Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 23. 7. 1923. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02575.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02575«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 23. 7. 1923

Aufenthaltsorte
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Therese Rie-Andro an Arthur Schnitzler, 23. 7. 1923

Verehrter Herr Doktor,

Es ist wirklich lieb von Ihnen, dass Sie von meiner Literatur noch immer nicht genug haben; aber leider bin ich nun schon zu Ende, es existieren bloß noch ein paar Jugendsünden und verstreute oder ungedruckte Sachen. So schmeichelhaft es ist – ich hab’ nichts mehr! – Aber nicht schmeichelhaft, lieber Herr Doktor, ist die Annahme, ich nähme meine eigenen Briefe auf die Reise mit! Das läßt auf düstere Erfahrungen schließen, die Sie mit Schreibweibern gemacht haben müssen! Da tun Sie mir sehr leid! – Ist es nicht tausend mal schöner und wichtiger, zu schwmmen, zu rudern und unter alten Bäumen zu liegen? Ich meine, der Dichter der Lebendigen Stunden gibt mir da Recht!
Aber da fällt mir doch ein, dass ich noch was Schönes daheim habe: von Romain Rolland (von mir übersetzt.) Das bekommen Sie. Für die Reise freilich nicht mehr rechtzeitig, da ich vor dem 15. August kaum in Wien bin und Sie wol schon fort. Aber hoffentlich gefällt es Ihnen auch später noch. Denn es dreht sich nur um die Musik und das ist doch das Einzige, was im Leben in der Stadt noch wirklich ist.
Daß Sie mir ein Buch von sich geben wollen, ist sehr lieb von Ihnen. Ihre gesammelten Werke (bis zum Weiten Land) besitze ich natürlich; ich gestehe |Ihnen eine große Zuneigung zu Fink und Fliederbusch, gerade weil dieses Stück alle wolgeölten Gemüter einmal in Aufruhr versetzt hat; aber Beate oder Casanova liebe ich nicht minder – also bitte, suchen Sie mir etwas aus, dann habe ich zu der Freude des Empfangens auch noch die Ihrer Auswahl.
Die beiden Ausschnitte, die ich einlege, sind aus einer New-Yorker Revue: der eine enthält zwei Worte über den Casanova. Der andre hat mit Kunst überhaupt nichts zu tun, ist aber menschlich so packend und traurig, dass er Sie vielleicht interessirt; auch ein »Bernhardi« hätte drüber nichts zu lachen!
Und nun wünsche ich Ihnen schöne, helle, frohe Sommertage!
Ihre
Therese Rie.
    Bildrechte © University Library, Cambridge