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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 5. 12. [1893]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [6. 12. 1893 – 10. 12. 1893?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3163
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.175 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »93« vermerkt
2) mit rotem Buntstift vier Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 5. 12. [1893]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02721.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02721«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 5. 12. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Adele Sandrock, 5.12.1893

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Dilly. Geschichte einer Liebe in Briefen, Bildern und Dokumenten. Wien/München: Amalthea 1975.

Gedruckte Briefwechsel

Adele Sandrock an Arthur Schnitzler, 5.12.1893

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Dilly. Geschichte einer Liebe in Briefen, Bildern und Dokumenten. Wien/München: Amalthea 1975.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 5. 12. [1893]

Directeur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier, Paris, 5. December.
commercial et litteraire.
Paraissant trois fois par jour
Bureaux à Paris:

Mein lieber Freund!

Nachdem ich bisher vergeblich auf die versprochenen Kritiken oder wenigstens auf eine briefliche Mittheilung über die Premièren-Eindrücke gewartet, habe ich mir das Nöthige von Frankfurt kommen lassen und bitte Dich, Dich nun nicht mehr zu bemühen.
Wenn ich aus der Sammlung der Kritiken, die mir vorliegt, die dummen Jungen weglasse – Neue Freie Presse, Neues Wiener Tagblatt, Volksblatt, Vaterland etc. – und mich nur an |die Zurechnungsfähigen halte, wie Uhl, Bahr und Brocinerso finde ich, daß man Dich hier auch mehrfach mißversteht, daß man Dir aber auch vielerlei Richtiges und Beherzigenswerthes sagt. Besonders Uhl halte ich für im Wesentlichen richtig urtheilend. Du erinnerst Dich, wir haben oft im Streit gelegen, Du und ich, und ich meine noch heute, heute erst recht, daß Deinem glänzenden Talent beim Produciren die Disciplin fehlt. Auch beim Produciren denkst Du ein wenig zu sehr an Dich und zu wenig an das Andere, an die Forderungen der Kunstform. Du schreibst Deinem Herzeleid zuliebe und nicht |dem Drama zuliebe. Das ist falsch. Ich komme immer mehr dahinter, daß das Produciren ein Streben nach möglichster Objectivirung sein muß, am allermeisten aber das dramatische Produciren. Ich habe das in Paris noch mehr gelernt, habe daraufhin das »Märchen« nochmals gelesen und meine Ausstellungen von früher noch mehr bestätigt gefunden. Erinnere Dich auch, was ich Dir stets über den dritten Act gesagt! Im Allgemeinen aber denke ich, daß Du mit Deinem Debüt nicht unzufrieden sein darfst. Du bist den Kennern signalisirt; alle Leute, die es verstehen, haben Dein großes |Talent erkannt; die dumme Bande Publicum wirst Du jetzt rasch gewinnen. Aber jetzt sofort weiter schreiben! Vieles lernen aus den drei zurechnungsfähigen Kritiken! Und ein Drama machen, keine Beichte, kein Tagebuch! Das kostet nur eine Willensanstrengung. Denn Du bist, ich weiß es genau, ein Dramatiker allerersten Ranges. Mach’ auch einen neuen Versuch mit dem Alkandi, nachdem Du vorher den Schluß verstärkend umgearbeitet hast. An Uhl hatte ich geschrieben, damit er Dich nicht in der Frkf. Ztg. etwa schlecht behandle. Ich glaube, er wer ganz anständig?
Treue Grüße! Dein P. G.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar