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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 6. [1895]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [8. 6. 1895 – 12. 6. 1895?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3165
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 2.315 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »95« vermerkt
2) mit rotem Buntstift fünf Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 6. [1895]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02736.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02736«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 7. 6. 1895

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Else Singer, 7. 6. 1895

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 7. 6. [1895]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour. Paris, 7. Juni.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Noch immer nicht der große Brief. Ich bin zu lebensmüde, zu hoffnungslos. Von allen Seiten wird es enge um mich, und kein Ausweg, keiner!
Nur Folgendes: Isidor Fuchs, der ein verläßlicher Vertrauensmann ist, frug mich um Dein Stück. Ich sagte ihm, die Schwierig|keiten, die sich ihm bisher entgegengestellt, lagen wohl in den Kühnheiten, die es hat. Worauf Fuchs solgenden Vorschlag machte: Man solle es zuerst in einer jener Vorstellungen zum Benefiz der »Concordia« geben, bei denen die Burgschauspieler alljährlich mitwirken. Präcedenzfälle sind da, wo ein Burgtheater-Direktor ein Stück auf diese Weise zuerst dem Publikum vorführte, |gleichsam probeweise, um die Stimmung des Publikums zu sondiren. Fuchs, der, wie Du weißt, ein einflußreiches Mitglied der »Concordia« ist, will Dir gern die Sache bei Spigl richten. Er meint, auch Burckhardt würde mit Freuden zustimmen, und so könnte man am Besten ein weiteres Hinausschieben der Aufführung verhindern. Außerdem gibt eine Concordia-Vor|stellung eine gewisse Garantie für günstige Referate. Was sagst Du zu dem Vorschlag? Du solltest ihn meiner Ansicht nach freilich nur annehmen, wenn Du nicht ein bindendes Versprechen von Burckhardt erhalten könntest, Dich bald aufzuführen. Es wäre aber nur eine Brücke für die Directoren-Feigheit.
Die Sorma ist in Paris. Th. Wolff, der hier Correspondent |des »Berliner Tageblatt« ist, wird mich ihr vorstellen, und ich werde ihr von Dir sprechen.
À propos Wolff: er hat in Berlin eine Geliebte  gehabt, die ihm lieber war, als alle andern: Mizzi Rosner. Die Fäden, die Fäden!
Und Nordaus |Debüt in der »Neuen Freien Presse«? Die langsame Vorbereitung zu Herzls Nachfolgerschaft. Du ahnst gar nicht, was für frecher Blödsinn in diesen Kunstartikeln stand. Aber er ist der große Schriftsteller, Herzl selbst hat ihn candidirt, ich bin ein guter Reporter und zähle nicht mit. Von Herzl überrascht mich das nicht. |Trotz aller äußeren Collegialitäts-Tünche haben wir uns im Grunde immer gehaßt, und ich habe auch nichts gemeinsam mit diesem engherzigen, doktrinär vernagelten Menschen von echt rabbinistischem Spitz- und Dürr-Geiste.
Nur thut es eben gar so weh, sich so übergangen zu sehen |und immer und ewig der Mensch zweiten oder dritten Ranges zu sein.
Grüß’ Dich Gott, mein lieber Freund, und laß wieder von Dir hören!
Dein
treuer
Paul Goldmann
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar