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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 6. [1895]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [30. 6. 1895 – 4. 7. 1895?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3165
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 2.396 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit schwarzer Tinte das Jahr »95« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 6. [1895]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02738.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02738«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 29. 6. 1895

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 29. 6. [1895]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Noch weiß ich nichts ganz Genaues über meinen Urlaub; aber die Sache wird ungefähr ssein: zwischen dem 10. und 15. August gehe ich nach Toelz, das 2 Stunden Bahnfahrt von Muenchen entfernt ist, u. gebrauche dort die Kur, drei oder vier Wochen, je nach ärztlicher Vorschrift. |Dann wird mein Urlaub wohl zu Ende sein. Immerhin hoffe ich doch so um den 5. September herum acht Tage in München verbringen zu können. Du kannst Dir denken, wie leid es mir thut, Dir diesmal nicht mehr entgegenkommen zu können; denn auch mein liebster Wunsch für diesen Sommer wäre, dich zu treffen. Aber ich muß |etwas für die Gesundheit (?!) thun, denn ich bin gar sehr elend: Wie also, wenn Du Deine Bicycle-Tour nach Muenchen auf den September ließest, etwa nach Rückkehr von Kopenhagen? Oder sonst, wie Du willst. Bestimme, und ich werde suchen, mich nach Dir zu richten.
Von der Frau Andreas hatte ich |folgende kurzen Zeilen, die ich Dir sende. Liebenswürdig, aber unnatürlich und gekünstelt. Die Doppel-Adjektive »tief und deutlich empfand ich« sind das beste Zeichen dafür, daß man gar nichts empfindet. Oder nein? . . . . 
Nochmals von Herzen glückliche Reise, liebster Freund! Ich freue mich, daß Dir |der Sommer diesmal ein so reiches Programm bringt. Wie denkst Du über eine Rückreise von Kopenhagen via Paris?
Die Aufführungs-Chancen machen mir doch jetzt einen recht ernsten Eindruck. Sonnenthal, Mitterwurzer, das wäre herrlich. Aber wer gibt das Mädel? Und |was hörst Du aus Berlin?
Auch diese reichliche Production isschön. Man soll aber gar nicht darüber reden, ums nicht zu berufen. Ich sage eben nur, daß es schön ist.
Verleger? Schreib’ ruhig an den Mann von der »Semaine littéraire.« Du brauchst ja von der Mercure-Notiz gar nichts zu wissen. Ich hab’ sie |übrigens auch recht überflüssig gefunden. Aber das isso Pariser Art: immer nur von sich reden. Alle haben sie hier was von Hermann Bahr an sich.
Mit Langen wird nichts zu machen sein. Er ist ein blödsinniger Idiot. Er haßt mich, weil er weiß, daß ich weiß, daß er ein Idiot ist; und er |haßt Dich, weil Du mein Freund bist. Auch gibt er keine französischen Bücher mehr heraus. Aber ich will einmal etwas Anderes durch Henri Becque versuchen.
Soll’ ich Dir die fransischen Blätter, die ich für Dich sammle, auch nach unterwegs schicken? Es macht mir gar nichts, denn ich sammle so wie so.
Viele treue Grüße Dir und Richard. Von Herzen
Dein
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar