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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 8. [1895]
Goldmann, Paul
Bad Tölz
Empfang: [23. 8. 1895 – 27. 8. 1895?]
Schnitzler, Arthur
Salzburg
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3165
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.910 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »95« vermerkt
2) mit rotem Buntstift zwei Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 8. [1895]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02746.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02746«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 22. 8. 1895

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 8. [1895]

(Gazette de Francfort). Toelz, 22. August.
Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris

Mein lieber Freund,

Telegraphire mir jedensalls, wann Du in Tegernsee eintriffst u. ob ich Dir hier Nachtquartier bestellen soll? Ich möchte Dir schon gern entgegenkommen u. es lag auch ohne Deine Anregung in meiner Absicht. Nun habe ich aber seit einigen Tagen als Folge der Kur einen sschrecklichen Magen-Katarrh, daß ich kaum kriechen kann. Außerdem habe ich in Tegernsee Verwandte, so daß mir ein anderer Rendezvous-Ort lieber wäre. Wie wäre es denn mit Schliersee? Dort |spielt am Sonntag Abend das Bauern-Theater, was sehr interessant sein soll. Liegt das nicht auch auf Eurer Route? Übrigens, wie Du willst. Du bestimmst, und wenn ich irgend mich bewegen kann, komme ich hin. Wenn nicht, erwarte ich Dich in Toelz.
Auch anderes Ärgerniß gibt es inzwischen. Ich fürchte, ich werde nur wenige Tage mit Euch zusammensein können. Familien-Pflichten! Meinem Onkel fällt es jetzt plötzlich ein, ich müßte mich mit ihm in der Schweiz treffen. Mein Schwager will nach Muenchen kommen und mich mit sich fort nach der |Schweiz nehmen. Es ist allerlei Wichtiges in Familien-Dingen zu erörtern. Ich erkläre Dir das Nähere mündlich. Würdest Du eventuell auf ein paar Tage mit nach der Schweiz kommen?
Wirklich, diesmal geht Alles schief. Es ist ekelhaft.
Ich erhalte soeben die »Freie Bühne« mit der »kleinen Komödie«. Es sind glänzende Sachen darin, und besonders gelungen sind die Anfangsbriefe, welche die beiderseitigen états d’âme auseinandersetzen. Aber im Ganzen | mag ich es nicht sehr. Es ist gar zu erzwungen und zu gekünstelt in seinen thatsächlichen Voraussetzungen. Auch fehlt mir das einfach und tief Menschliche, das ich an Deinen sonstigen Arbeiten so liebe. Aber auch bei dieser weniger gelungenen Arbeit ist Eines zu bemerken: die ungemeine Sicherheit der Schreibweise, – so, was beim Maler die feste Hand ist, welche die künstlerische Reife mit sich bringt. . . . 
Viele treue Grüße an Euch Alle!
Dein
Paul Goldmann
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar