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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 30. 12. [1897]
Goldmann, Paul
Paris
Empfang: [31. 12. 1897 – 4. 1. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3167
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.710 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) Die obere und untere Seitenkante mutmaßlich beim Öffnen des Briefes mit Brieföffner abgeschnitten, was auf der zweiten Seite zu minimaler Textbeschädigung der letzten Zeile führte.
2) mit Bleistift das Jahr »97« vermerkt
3) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 30. 12. [1897]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02835.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02835«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 30. 12. 1897

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Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 30. 12. [1897]

Fondateur M. L. Sonnemann.
Journal politique, financier,
commercial et littéraire.
Paraissant trois fois par jour.
Bureau à Paris Paris, 30. December.

Mein lieber Freund,

Ich erwarte täglich einen Brief von Dir und bin sehr traurig, daß er gar nicht kommt. Bist Du unwohl? Oder was geht sonst vor? Ich bin recht ungeduldig, es zu wissen, denn Deine letzten Briefe waren nicht gerade erheiternd.
Ich will Dir heut nur ein recht glückliches neues Jahr wünschen. Und das Gleiche Deiner Freundin.
Die Adresse der Frau Altmann weiß ich nicht. Willst Du so gut sein, die beiliegende Karte an sie zu befördern?
|In meiner Existenz wird es wohl in einiger Zeit eine Änderung geben. Ich bin mehr Paris-müde als je. Ich habe meinem Chef geschrieben, daß ich nach Berlin will. Aber es scheint, daß das nicht geht, weil unser Berliner politischer Correspondent, der meine Rivalität fürchtet, gegen mich hetzt. Zur Zeit besteht das Project, mich auf ein Jahr nach China zu schicken. Auch von Wien war die Rede. Aber so froh ich wäre, in Wien mit Euch zu leben, ssehe ich doch bei kühler Überlegung, daß ich dort keinerlei Zukunft habe. Es gibt dort nur die Neue Freie Presse, und ich bin doch zu gut, um bei den Leuten Jahre lang zu antichambriren. Auch würde meine Versetzung nach Wien eine Gehalts-Reduction, beinahe um die Hälfte, bedeuten. Gott weiß, was bei alledem noch herauskommen wird! Bittesprich zu keinem Menschen darüber!
|Dabei wird es mit meinem Auge beinahe täglich schlechter.
Das kleine Fräulein aus Prag hat mir ihre Photographie geschickt. Was für ein liebes und süßes Gesicht! Glaubst Du wirklich, ich sollte nicht? Glaubst Du ich dürfte überhaupt? Hast Du übrigens eine Ahnung, ob die Leute Geld haben?
Sei von Herzen gegrüßt, liebster Freund, und schreib’ mir bald!
Dein treuer
Paul Goldmann.
Deiner Frau Mutter bitte ich meine ergebenen Neujahrs-Glückwünsche auszurichten.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar