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Mein lieber Freund,
Ich danke Dir für Deinen lieben Brief, den ich hier fand.
Es geht nicht, nach Wien zu kommen. Die Zeit reicht nicht aus. Es thut mir unendlich leid, daß ich so
hinausfahren soll, ohne einen guten Händedruck von Dir mitzunehmen.
Samstag früh fahre ich von hier nach Genua. Am 5. steige ich dort aufs Schiff. |Ich habe viel Angst vor der Seekrankheit und noch
mehr davor, daß ich den Aufgaben meiner Reise journalistisch-schriftstellerisch nicht gewachsen sein werde.
Es freut mich unendlich, daß Du arbeitest. Laß’ Deine Stimmung sein, wie sie will, und arbeite weiter. Dadurch wird am
Ende auch die Stimmung besser werden. Alle Mißstimmung kommt ja doch nur daher, daß
|man über sich nachdenkt. Das muß man unter allen Umständen vermeiden, und Arbeit
ist das beste Mittel hierzu.
Schreib’ mir, bitte, noch ein Wort über Dein Ergehen nach Genova, ferma in posta. Auch
während ich unterwegs bin, mußt Du mir regelmäßig über Dich berichten. Ich theile
Dir
noch das Nähere über Adresse u. Sonstiges mit.
Die Meinigen haben Alle viel nach Dir gefragt und grüßen Dich herzlich.
Dein treuer
Paul Goldmann
Paul Goldmann
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