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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 21. 6. [1900]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [22. 6. 1900 – 26. 6. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.271 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »900« vermerkt
2) mit rotem Buntstift sechs Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 21. 6. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02921.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02921«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 21. 6. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Alfred Kerr, 21.6.1900

Quelle: Alfred Kerr, Arthur Schnitzler: »Es ist eine sehr seltsame Gefühlsmischung, die Sie erwecken.« Briefwechsel 1896–1925. Hg. Elgin Helmstaedt. In: Sinn und Form, Jg. 69, H. 5, September/Oktober 2017, S. 581–618.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 21. 6. [1900]

Mein lieber Freund,
Das ist ein großes Ärgerniß, und es thut mir unendlich leid, daß es Dir nicht erspart geblieben ist. Von Herrn Schlenther freilich überrascht es mich nicht, und es ist eigentlich viel natürlicher, daß er Dein Stück nicht aufführt, als daß er es aufführt. Diesem nüchternen Berliner liegt Dein Werk mit all’ seinen poetischen Schönheiten so fern! Ja, wenn es schlesische Bauern wären oder eine Berliner jüdische Familie, wie in den »Milieustücken« von Hirschfeld! Wie soll ein Schlenther Deine »Beatrice« verstehen? Wenn Du ruhig nachdenkst, wirst Du |selbst einsehen, daß es nicht möglich ist. Dabei glaube ich noch nicht einmal, daß der Refüs sich in erster Linie gegen Dein Werk richtet. Es mag Mancherlei dabei mitgespielt haben: Der Herr Direktor war zu faul, dieses große Drama einzustudiren, was keine leichte Aufgabe ist. Dann hat er sich wohl auch vor den Kosten der Ausstattung gefürchtet. Das darf er dem durch seine Wirthschaft ohnehin schon ssehr aus dem Gleichgewicht gebrachten Büdget des Burgtheaters nicht mehr zumuthen. Und so weiter.
Du wirst an Herrn Schlenther schon alle wünschenswerthe Genugthuung |erleben. In dieser Hinsicht bin ich ohne Sorge. Jetzt handelt es sich nur darum, daß Dein Drama unter allen Umständen aufgeführt wird. Vom Wiener Volkstheater möchte ich dringend abrathen. Dort haben sie zu plumpe Hände für das Stück. Aber ich möchte Dir dringend das »Berliner Theater« empfehlen. Lindau wird das Werk mit Liebe einstudiren. Die Ausstattung wird zwar dürftig sein; aber Bassermann wäre ein glänzender Vertreter für den Herzog. Auch Berger würde das Stück gewiß gern in seinem neuen Hamburger Theater aufführen, und die Hohenfels spielt vielleicht die Beatrice. Wirklich spielen kann diese Rolle |allerdings nur eine: die Triesch in Frankfurt, und darum wäre es vielleicht auch nicht schlecht, das Stück zur Erstaufführung nach Frankfurt zu geben.
Wenn Du willst, gehe ich hier persönlich zu Lindau hin.
Laß’ mich bald wissen, was Du beschlossen hast, und schreib’ mir auch, wie es mit der Alpenwanderung im August steht. Die Dolomiten wären mir allerdings lieber als Vorarlberg.
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmnn
Wenn Du die Fräuleins Glümer siehstssag’ ihnen, daß ich ihnen herzlichst für ihre lieben Briefe und Karten danke. Ich weiß leider ihre Adresse nicht.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar