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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 28. 8. [1900]
Goldmann, Paul
Trafoi
Empfang: [29. 8. 1900 – 30. 8. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Meran?
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 960 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »900.« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 28. 8. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02928.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02928«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 28. 8. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 28. 8. [1900]

28. August.

      Ein altes Haus auf Passes Höh’n
      Beschloß die erste Strecke;
      Da klang Harmonika-Getön
      Hervor aus dunkler Ecke.

      Gelehnt an regenfeuchte Wand,
      Von Kälte starr die Glieder,
      Stand dort ein blinder Musikant
      Und spielte seine Lieder.

      Er spielte, und sein Auge war
      Gerichtet starr nach oben
      Und wurde doch kein Licht gewahr,
      So hoch es auch erhoben.

      |Er spielte lust’ge Melodie’n
      Und sang dazu ganz sachte;
      Das Singen fast ein Weinen schien,
      Nur daß er dazu lachte.

      Wie thut mir Deine bitt’re Noth,
      Du armer Mann, so wehe!
      Du mit den Augen leer und todt,
      Verzeih’ mir, daß ich sehe!

      Bin ich gleich sehend, seh’ ich nicht,
      Du kannst mir leicht vergeben.
      Das Licht, das heißgeliebte Licht,
      Ich such’s im dunklen Leben.

      Und such’ es heut und immerzu
      Und seh’ es nimmer gleißen.
      Oh armer blinder Bettler Du,
      Du sollst mich Bruder heißen! . . . . . . 

      Der Wagen rollet aus dem Thor,
      Klimmt dann auf steilem Pfade,
      Und lange klingt mir noch im Ohr
      Die Jammer-Serenade.
Gruß!
P. G.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar