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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 20. 9. [1900]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [21. 9. 1900 – 25. 9. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3170
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.315 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »900« vermerkt
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 20. 9. [1900]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02932.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02932«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 20. 9. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Traumtagebuch

Traum vom 20. September 1900

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 20. 9. [1900]

|Berlin, 20. September.
Mein lieber Freund,
Gestern war Abendgesellschaft bei Frau M.-C. Ich war geladen, Kerr auch. Nachher gingen wir zusammen nach Hause. Kerr wünschte eine Aussprache. Ich war bereit und sagte, wie es mit mir steht. Er war weniger deutlich, weil er bereits Thatsachen zu verschweigen hat, über die ein Gentleman nicht spricht. Immerhin war er so deutlich, daß ich heute weiß: er und das Mädel sind längst einig. Ich hätte es erwarten sollen, aber ich war doch mit ein Bischen Hoffnung nach Berlin zurückgekommen. Darum traf es mich schwer. Es ist nicht blos der Schmerz abgewiesener Verliebtheit. Es ist viel mehr. Ich frage mich: warum er und nicht ich? warum muß ich immer der Ausgestoßene sein? warum muß ich |zusehen, wie ein Anderer mit einem Schlage Liebe, Jugend, Schönheit, Reichthum, alles Glück gewinnt? Und mein Leben starrt vor Öde, so daß ich kaum mehr die Kraft habe, weiter meinen Weg zu gehen, wie bisher. Ich habe heut mit wachen Augen die Nacht verbracht; und weil mir dieser Fall zum Symbol wird, weil ich an ihm die Aussichtslosigkeit aller meiner Wünsche, die Unmöglichkeit, meine Lebenslage zu ändern und nur etwas von dem Ersehnten zu erreichen, – weil ich an ihm die Hoffnungslosigkeit meines Schicksals von Neuem erkenne, – trage ich eine tiefe Verzweiflung in mir. . . . . 
Viele Grüße!
Dein
Paul Goldmn
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar