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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 7. 1929
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [6. 9.?] 1929
Salten, Felix
Wien
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Wienbibliothek im Rathaus, ZPH 1681/19, 4.1.2.14
Typ Brief
Beschreibung 3 Blätter, 3 Seiten, 2.368 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine
Handschrift Arthur Schnitzler 1) schwarze Tinte (Schlussformel und Unterschrift)
2) Bleistift, lateinische Kurrentschrift (Korrekturen mit Bleistift)
Zufügungen
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand über dem Text Vermerk: »Arthur Schnitzler«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand in lateinischer Kurrentschrift seitlich neben der Unterschrift Vermerk: »NB: bleibt! / in normaler Schrift, nicht gesperrt.«
3) mit Bleistift von unbekannter Hand in deutscher Kurrentschrift unterhalb der Unterschrift Vermerk: »Arthur Schnitzler«
Textzeuge 2
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.1751
Typ Brief
Beschreibung Maschinenschriftliche Abschrift, 2 Blätter, 2 Seiten, 2.368 Zeichen
Herstellung maschinell
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler. In: Felix Salten, dem Freund und verehrten Autor zu seinem 60. Geburtstag mit herzlichen Glückwünschen überreicht vom Paul Zsolnay Verlag. Berlin, Wien, Leipzig: Zsolnay 6. September 1929, S. 12–13.
Veröffentlichung 2
Jahrbuch Paul Zsolnay Verlag – 1930. Berlin, Wien, Leipzig: Zsolnay [November] 1929, S. 12–14.
Veröffentlichung 3
Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984, S. 619–620.
Veröffentlichung 4
Arthur Schnitzler: »Das Zeitlose ist von kürzester Dauer«. Interviews, Meinungen, Proteste. Herausgegeben von Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2023, S. 537–538.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Felix Salten, 29. 7. 1929. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02950.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02950«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 29. 7. 1929

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Pollaczek: Schnitzler und ich
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Felix Salten, 29. 7. 1929

|Mein lieber Felix Salten.

Am liebsten hätte ich Ihnen zu Ihrem sechzigsten Geburtstag ganz privat und sehr herzlich die Hand gedrückt; Sie hätten dann ohneweiters gewusst und empfunden, was ich hier niederzuschreiben vergeblich versuchen werde – und etwas mehr. Denn bei einem solchen Anlass und gar vor mehr oder minder fremden Leuten die rechten Worte zu finden, ist nicht ganz leicht, zumal für Einen, der weder zum Essayisten noch zum Festredner geboren ist.
Ueber das, was man gemeiniglich Leistungen zu nennen pflegt, werden Ihnen in diesen Tagen Berufene nach Verdienst viel Ehrenvolles zu sagen wissen; mir persönlich ist jenseits des Ausserordentlichen, was Sie als Dichter, Journalist und Schriftsteller gewirkt haben (dies ist eine alphabetische Reihenfolge und keine Klassifikation) |vor allem das Gesamtbild Ihres Wesens wert und bedeutungsvoll, dessen Entwicklung seit frühesten Anfängen ich mit Spannung, Sympathie und Teilnahme nachbarlich mitangesehen und bis zum heutigen Tage als Freund begleitet habe. Einem Manne, wie Sie, der, erfüllt von der fruchtbarsten Neugier und von der dankbarsten Empfänglichkeit, angeregt von überallher, anregend in die Nähe und in die Ferne, Einfühler und Eindenker in bestem Sinn, und dabei eigenwillig und selbstständig wie Wenige, sich so viele Schätzer und Bewunderer erwarb, konnte es natürlich auch nicht an Widersachern fehlen; – welche Genugtuung muss es für Sie sein, wenn Sie heute an der Schwelle Ihrer dritten Jugend, in diesem Land der Missgunst und der Vorbehalte sich sagen dürfen, dass Ihre reiche, vielfältige und in jedem Augenblick lebendige Begabung|gegen manches nicht immer unabsichtliche Missverstehen sich von Jahr zu Jahr in stets höherem Maasse durchzusetzen vermocht hat. Sie stehen am Ziele – würde ich sagen, wenn ich nicht, durch Ihre eigene Schuld verwöhnt, gerade nach den Arbeits- und Lebensleistungen Ihrer letztvergangenen Jahre ein immer Weiter- und Höherschreiten mit froher Gewissheit von Ihnen erwartete. Ich will nichts prophezeien, so wenig diese bescheidenen Worte als Rückblick gelten dürfen,– aber freuen will ich mich, dass man Ihnen, mein lieber Freund, an diesem festlichen Tage in doppelter Hinsicht, den Blick sowohl in die Vergangenheit als der Zukunft zugewandt, so vertrauensvoll und so von ganzem Herzen Glück wünschen kann.
[handschriftlich:] Ihr getreuer
ArthurSchnitzler
    Bildrechte © Wienbibliothek im Rathaus, Wien