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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 1. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [23. 1. 1901 – 27. 1. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.730 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift sechs Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 1. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03055.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03055«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 22. 1. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 22. 1. [1901]

Berlin, 22. Januar.

Mein lieber Freund,

Mizzi Glümer ist krank, liegt zu Bett und sieht so elend aus, daß ich erschrocken bin (Unter uns!). Du solltest dem armen Mädel einen guten Brief schreiben.
Brahm sagte mir bei einer der letzten Premièren, er möchte von Dir einen oder zwei Einakter haben. Wer ist Stefan Vacano? Ich kann mir die Aufführung seines Stückes nur durch Beziehungen zwischen Brahm und ihm erklären, die nicht blos diejenigen des Theaterdirektors zum Autor sind. Der |Dichter des »Tag« sieht auch danach aus. Brahm gleichfalls.
Von Olga G. erhielt ich einen beinahe schwermüthigen Brief. Angenehmes Liebesglück! Warum quälst Du das Mädel so?
Es wäre schön, wenn Du in den Ansichts- und Postkarten-Verkehr, den Du mit mir unterhältst, auch einmal durch Absendung eines Briefes eine erfrischende Abwechselung brächtest. Ich wüßte beispielsweise gern, was Richard macht. Selbstverständlich schreibt er mir nicht. Er wird mir niemals so lange nicht schreiben können, als |ich im Stande sein werde, mich darüber zu empören. In meiner Kritik über »Michael Kramer« soll er, wie ich höre, – Schadenfreude gefunden haben. Es ist interessant, daß dieser feinste  Menschenkenner gerade mich weniger kennt, als irgend Jemand, und daß gerade dieser bewundernswürdig gescheite Mensch so dumm über mich urtheilt. Ich werde für ihn einen Commentar über mich schreiben. Bitte sag’ ihm das, – und daß ich ihn sehr vermisse und daß ich viel darum gäbe, könnte ich ihn immer in meiner Nähe haben.
|Ich bin vollständig ohne Verkehr, – vollständig einsam. Kerr benimmt sich blödsinnig. Seit Du aus Berlin fort bist, habe ich ihn nicht mehr gesprochen. Wenn er mich im Theater sieht, drückt er mir rasch die Hand und läuft weg. . . . . . 
Schreib’ mir bald!
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar