Auch ich war unruhig, aber es liegt kein Gund dazu vor, wie beifolgender Brief
beweist. Da ich ein großes Mißtrauen gegen den behandelnden »Wunderdoktor« hatte, sandte
ich das Mädel zu meinem
Freunde Dr. Kuttner (den Dr. Hajek kennt u. schätzt). Die Visite fand gestern statt. Dr. K. telephonirte mir: Besserung sei bald zu erwarten. Er glaube, daß der
behandelnde Arzt mit seinen
Heilmitteln (Arsenik) im Wesentlichen auf dem
rechten Wege sei, wünsche |auch, daß das Fräulein weiter bei diesem
Arzt in Behandlung
bleibe, da er großen psychischen Einfluß auf seine Patienten habe. Die Behandlung in
der Nase sei allerdings eine »Gemeinheit«. Ob Malaria vorliege, könne man nicht
wissen, solange keine Temperatur-Messungen u. Blut-Untersuchungen vorgenommen, woran
der behandelnde Arzt nicht
zu denken scheine. . . .
Daß man Dich doch noch ehrengerichtlich verfolgt, ist |empörend! Sei nur ja recht vorsichtig und thue
keinen Schritt, ohne vorher mit Rechts- und Landeskundigen Dich berathen zu
haben!
In Eile!
Dein
P. G.
P. G.
|[handschriftlich Auguste Glümer:] Lieber Herr Doktor,
Vor allem vielen Dank für Ihre Bemühungen. Wir sind heute mit Beruhigung
von Dr Kuttner weggegangen. Ausführlicher werde ich Ihnen mündlich berichten. Die Krankheit,
die |sich plötzlich gestern, Sonntag Nachm. brach, ist tatsächlich im Verschwinden und kein Rückfall mehr zu befürchten. – Wir sind Ihnen
jedenfalls für diese Beruhigung sehr dankbar, die wir uns selbst zu verschaffen, |wahrscheinlich noch nicht die Energie gehabt hätten.
– Bitte gelegentlich um ein Stückchen Ihrer freien Zeit.
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