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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 19. 7. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [20. 7. 1901 – 24. 7. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Vahrn
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, 2.524 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »1901« vermerkt
2) mit rotem Buntstift fünf Unterstreichungen

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 19. 7. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03073.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03073«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 19. 7. 1901

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 19. 7. [1901]

Berlin, 19. Juli.

Mein lieber Freund,

Ich wollte morgen fahren, aber diese verfluchte Bande (die Redaktion) läßt mich nicht fort. Ich führe hier Ausgleichs-Verhandlungen mit dem Besitzer des großen Waarenhauses Tietz, dessen Insolvenz die N. Fr. Pr. fälschlich gemeldet und der das Blatt klagen will. (Das sage ich Dir im Vertrauen). Nach 14 tägigen Verhandlungen habe ich den Ausgleich hier endlich zustande gebracht. Da macht auf einmal die N. Fr. Pr. neue Schwierigkeiten, und Alles ist |wieder in Frage gestellt.
Vielleicht kann ich doch wenigstens Montag (22. Juli) fahren. Dann bleibe ich einen Tag in Breslau, zwei oder drei Tage in Wien, gehe hierauf an den Wörthersee zu Hirschfeld und werde irgendwo dort wohnen. Das Beste also ist, Du sendest mir weitere Nachricht an die Adresse von Hirschfeld in Seekirn. Ich möchte am Wörthersee nicht allzulange bleiben. Richard, der mir während des ganzen Jahres kein Wort geschrieben und auch jetzt sich nicht einmal zu einer Zeile |aufgeschwungen hat, in der er den Wunsch ausspricht, mich zu sehen, werde ich wahrscheinlich überhaupt nicht aufsuchen.
Mir liegt nun daran, in Ruhe irgendwo möglichst hoch ein paar Wochen zu verbringen, am Liebsten in den Dolomiten, wenn das Grödner Thal zu sonnig ist. Die Idee, den Schluß am Gardasee zu machen, finde ich entzückend. Den Ort, wo wir bis dahin bleiben wollen, magst Du bestimmen. Nur bitte ich Dich, dabei auch ein klein wenig meine Wünsche zu berücksichtigen. So sehr |es mir auch zur Befriedigung gereichen würde, an einem Orte mich aufzuhalten, wo Du Dich wohl befindest, so wäre es mir doch nicht unangenehm, wenn an diesem Orte auch ich mich wohlbefinden könnte. Ich brauche, was ein Mensch mit völlig zerrütteten Nerven braucht: Ruhe, Höhenluft, Kühle. Und in landschaftlicher Beziehung habe ich, wie gesagt, ein großes Verlangen nach einer Dolomiten-Gegend (vielleicht bei Trient). Aber ich möchte, daß dies Alles schon vor meiner Ankunft |festgesetzt wäre. Denn ich möchte nicht wieder, wie im vorigen Jahre, dreiviertel meines Urlaubs mit dem Studium von Bädekers und Eisenbahn-Fahrplänen verbringen.
Kerr kann hier erst gegen Mitte August fort. Er will dann zu uns stoßen und möchte gern, daß wir womöglich eine mehrtägige gemeinsame Fußwanderung im Gebirge machten. Auch Hirschfeld |werde ich dazu animiren, bei einer solchen Parthie mitzuhalten.
Schreib’ mir also nach Seekirn an Hirschfelds Adresse. Viele treue Grüße Dir und den beiden lieblichen Schwestern!
Dein
Paul Goldmann.
Wie lange ich bei Euch bleibe? Je nachdem Ihr Euch zu mir benehmt: sehr lange oder sehr kurz.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar