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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 23. 12. [1901]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [24. 12. 1901]
Schnitzler, Arthur; Gussmann, Olga
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3171
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.205 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler und Olga Gussmann, 23. 12. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03097.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03097«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 23. 12. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Otto Brahm an Arthur Schnitzler, 23.12.1901

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler und Olga Gussmann, 23. 12. [1901]

Berlin, 23. Dezember.

Mein lieber Freund,

Ich fahre heut Mittag nach Frankfurt. Wenn Du gekommen wärestso wäre ich erst morgen gefahren. Ich bedaure unendlich, daß ich Dich jetzt nicht sehen kann.
Was Du mir über Olga schreibst, issehr erfreulich auch für mich, weil es ja, wie ich weiß, Euren Wünschen entspricht. Ich wünsche von Herzen, daß die kritische Zeit vorübergehen möge, ohne allzuviel Leiden und Aufregung. Ich denke, daß sich in Euer Beider Leben Manches freundlicher |und ruhiger gestalten wird, wenn diese Hoffnung sich erfüllt haben wird. Gern würde ich Olga noch ein paar Zeilen schreiben. Aber ich habe keine Minute und kann gerade noch rasch diesen Brief fertigstellen, den Olga auch als einen an sie gerichteten betrachten soll. Liebes Fräulein Olga, Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen Glück. Und es wird Alles schon gut werden.
Wenn ich von Urtheilslosigkeit der Wiener Freunde gesprochen habe, so ist wieder einmal mein Temperament mit mir durchgegangen. Entschuldige den schroffen |Ausdruck! Daß Du von »Lebendigen Stunden« mehr hältst, als von der »Frau mit dem Dolch«, kann ich begreifen, da das erste Stück Deinem Herzen eben näher steht. Ich kann aber nicht verstehen, wie ein objektiv denkender Anderer sich über die voraussichtliche Bühnenwirkung der beiden Stücke täuschen kann. Es ist klar, daß die »Frau mit dem Dolch« der Erfolg des Abends sein wird und daß die »Lebendigen Stunden«, wenn nicht die Darstellung ein Wunder thut, fast wirkungslos bleiben werden. Die »Letzten Masken« habe ich auch gelesen – Ich |konnte es nicht sertigbringen, das Buch auf dem Tisch liegen zu lassen und bis zur Première zu warten. Ich fand darin Geistreiches und Feines, hatte aber nicht den starken Eindruck, den ich erwartet hatte. Das eigentliche Drama wäre meiner Ansicht nach doch gewesen, wenn der Journalist dem Schriftsteller gesagt hätte, was er ihm zu sagen hatte. Dann wäre es natürlich ein anderes Stück geworden; aber ich weiß nicht, ob nicht ein Dramatiker gerade dieses andere Stück hätte schreiben müssen. Im Übrigen, die Aufführung wird lehren. . . . 
Tausend Grüße, mein lieber Freund! Und frohe Feiertage!
Dein Paul Goldmann
|Bitte, schreib’ mir nach Frankfurt: Reuterweg 59, bei Dr. Rosengart.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar