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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 2. [10. 1902]
Goldmann, Paul
Berlin
Empfang: [3. 10. 1902 – 5. 10. 1902?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3172
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 2.172 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »902« vermerkt
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 2. [10. 1902]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03223.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03223«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 2. 10. 1902

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 2. [10. 1902]

Berlin, 2. Sept.

Mein lieber Freund,

Die Paß-Angelegenheit hat mich nicht gar so viel Zeit gekostet, und ich brauche Dir nicht erst zu sagen, daß es mir eine große Freude macht, meine Zeit auf eine Angelegenheit zu verwenden, die Dich (wenn auch nur indirekt) betrifft. Die vierwöchentliche Frist müßt Ihr benutzen, um wenigstens die Ausstellung eines Interims-Passes zu ermöglichen. Sonsstehe ich |für nichts. Es muß doch noch Rechtsmittel geben, um den Kerl zu zwingen. Vielleicht ist, da der Vater so vollständig seine Pflichten vernachlässigt, eine frühere Großjährigkeits-Erklärung oder die Bestellung eines Vormunds möglich.
Die Aussicht, Dich bald hier zu sehen, bereitet mir große Freude. Freilich werde ich von Deinem Aufenthalt wenig haben, |da gerade Mitte Oktober meine Arbeit ins Ungeheure wachsen dürfte.
Dr. Hugo Felix ist hier – ein sehr lieber Mensch, der mir ausgezeichnet gefällt. Er hat mich ersucht, Dich zu bitten, Du möchtest ihm doch die Erlaubniß geben, aus der »Beatrice«, die er entzückend findet und von der er sagt, daß sie ihm herrlich »liegt«, für Italien eine Oper zu machen. Er will sich nicht direkt an |Dich wenden, weil er fürchtet, Du würdest ihm gegenüber, auch wenn Dir der Vorschlag nicht paßte, mit der Sprache nicht heraus wollen, um ihn nicht zu kränken, und würdest Dich so gebunden fühlen, seine Bitte bejahend zu beantworten. Darum hat er mich um meine Vermittelung gebeten, die ich gern übernehme, weil ich überzeugt bin, daß Gutes für beide Theile herauskommen würde, wenn die Angelegenheit |sich arrangiren ließe. Ich bitte um eine möglichst umgehende Antwort, da ich Montag Abend mit Felix zusammensein soll und ihm einen Bescheid bringen möchte.
Ich danke Dir für die Empfehlung der Werke von Tschechow. Ich entdeckte dieser Tage ein entzückendes französisches Aphorismen-|Buch »Maximes de la vie« von Comtesse Diane. Laß’ es Dich die 8 MK nicht reuen, die es kostet; Du wirst Freude daran haben.
Ich hoffe, daß Olga bald wiederhergestellt sein wird, bitte, sie vielmals von mir zu grüßen, |und begrüße auch Dich auf das Herzlichste.
Dein
Paul Goldmn
Ich würde Dir dankbar sein, wenn Du mir mittheilen wolltest, welchen Eindruck die »Zeit« auf Dich und überhaupt in Wien macht?
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar