|Wien, 27. Juli 99
Lieber Freund, ich war jetzt ein paar Tage in Unterach, wo die Otti
wohnt. Nun bin ich wieder hier, und plage mich mit der Wr Allg Rundschau, die weder mir, noch dem Dr Szeps noch den Abonnenten Freude macht. Den
Abonnenten nicht, weil sie literarisch ist, dem Dr Szeps nicht, weil die Abonnenten murren, und
mir nicht, weil ich nun schon mit meinem Namen dabei bin, und es nicht gerne schlecht
machen möchte. Mich verstimmt das einigermaßen, wie Sie wol denken können. Mit Geiringer ist es nichts. Es ist ganz
wirr und nicht einen Menschen, der für Geirin|gers Ideen
Geld verlieren möchte. Deshalb sein Plan mit Beer-Hofmann! Von mir verlangt
er, ich solle ihm einen Capitalisten schaffen. Dann will er mir eine Redactionsstelle
gegen – Gewinnstantheil –
verleihen!!
Ich arbeite wenig, denn die Zeitung macht mir viel Kopfzerbrechen und auch
sonst kommt wieder einmal viel auf einmal zusammen. In ein paar Tagen fahre ich
wieder nach Unterach. Schreiben Sie mir aber
immerhin nur hierher. Das Feuilleton über Goldmann erscheint in den nächsten Tagen. Ich
sende |es Ihnen gleich.
Auf Wiedersehen: hoffentlich bald. Grüßen Sie Wassermann und den emsigen Richard. Frl. Metzl grüßt
Sie.
Herzlichst
Ihr
Salten
Ihr
Salten
Bildrechte © University Library, Cambridge