|Lieber – Goldmanns Feuilleton ist mir – bei allen Erklärungen, die wir uns
darüber geben und finden können – doch räthselhaft. Ich bin über die kleinliche und
kleingeistige Form erstaunt, und wundere mich, dass einem Werk wie dem »Schleier« gegenüber, der schärfste kritische
Angriff in der Plattitüde gipfelt: »denn es ist besser lebendig sein ec.« So gesehen
allerdings müßen sich alle Zusammenhänge verlieren. Dass Filippo durch den Treuebruch gegen die Teresina |aus den Angeln
gestoßen wird, und dass er im Verlust dieser edelsten
Doppelbeziehung (Teresina & ihr Bruder) schon sich selbst verloren hat, das
übersieht G. oder er unterschlägt es. Ich
bedauere dieses Feuilleton aus
vielen künstlerischen und menschlichen Gründen, und vor allem deshalb, weil es der
in
Wien spielenden Schleier-Affaire vorläufig |einen unrühmlichen Abschluß
gibt. Gerade mit Bezug darauf bin ich von diesem
Vorgehen doppelt impressionirt, denn G. war in Wien als die Affaire spielte, er hat mitgeholfen
und mitgerathen, ist mitempört gewesen, war mit mir bei Burckhard & hat sich für dieses Werk, über das er damals freilich anders sprach als
heute, sehr engagirt.
Entschuldigen Sie diese |»Kundgebung.« Sehe ich Sie heute Abend im Café? Ich bin etwa um 11
dort.
Der Titel Interview ist durch ein Missverständnis heute Nachts 3h als ich schon fort war ins Blatt gekommen. Dr Kanner läßt Sie um Entschuldigung bitten.
Herzlichst
Ihr FS
Ihr FS
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