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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 1. [1903]
Goldmann, Paul
Frankfurt am Main
Empfang: [4. 1. 1903 – 8. 1. 1903?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3173
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.324 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift das Jahr »903.« vermerkt
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 3. 1. [1903]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03360.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03360«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 3. 1. 1903

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 3. 1. [1903]

|Telephon 4167. Telegramm-Adresse:
Frankfurt a/M. 3. Januar.

Mein lieber Freund,

Dank für Deinen lieben und theilnehmenden Brief. Morgen fahre ich zurück. Es waren entsetzliche Tage. Gestern habe ich sie, nach inständigen Bitten, zum letzten Mal gesehen. Ich habe sie flehentlich gebeten, zu mir zurückzukehren, habe ihr versprochen, sie zu heirathen. Sie lächelt schmerzlich: »zu spät«. Sie hat mich nicht mehr lieb. Der |»Andere« existirt. Er ist ein rückenmarkskranker Millionär. Was sie an ihn fesselt, ist eine Mischung von Romantik, Mitleid und Behagen an Geld und Wohlleben. Sie hat ihn gern, sie gefällt sich in der Rolle der »Mouche«, – und sie ist glücklich, daß er mit ihr nach Monte Carlo reisen wird. Alles Wundervolle und alles Gemeine ist in dieser Frau gemischt. Das gütigste Herz und die schamlosesten dirnenhaften Instinkte. Ich müßte, aus moralischen und Vernunft-Gründen, froh sein, von ihr loszukommen. Aber was nützen Vernunft und Moral, da ich sie wahnsinnig liebe?
Dank für Deine guten Worte! |Ich glaube nicht, daß ich darüber hinwegkommen werde. Was blühend in meinem Leben war, ist vernichtet, – vernichtet durch meine Schuld. Hätte ich erkannt, was ich an ihr besaß, – hätte ich mich ihrer angenommen, – wäre ich nicht ein niederträchtiger Egoist gewesen, – ich hätte sie behalten.
Adieu, liebster Freund! Grüße Olga und den dicken Buben!
Dein getreuer
Paul Goldmann
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar