K. k. Post- und Telegraphen-Amt Edlacherhof, 26. 4. 09.
Lieber Freund,
Beifolgendes Feuilleton von Rudolf Lothar wird Dich vielleicht ebenso amüsiren, wie es mich amüsirt hat.
Wir haben acht Tage der Ruhe
in dem reizenden Edlach verbracht, das ich Dir
nicht dringend genug empfehlen kann, wenn
Du fern von allem mondainen Getriebe (wie es in den Hotels
auf dem Gipfel des Semmering herrscht) in
erfrischender Luft |Dich eine Zeit lang erholen
willst. Heut kehren wir nach Wien zurück, von wo aus wir in wenigen Tagen die Rückreise nach
Berlin antreten.
Aufsuchen konnte ich Dich vor meiner Abreise nach Edlach nicht mehr, weil ich buchstäblich keine Stunde frei hatte.
Die Spannung
zwischen unseren beiderseitigen Frauen wird sich hoffentlich beilegen lassen.
Jedenfalls aber wird zwischen uns Beiden hoffentlich Alles so bleiben, wie
bisher.
Ich wünsche Dir einen zweiten
Sohn, der ein |ebenso prächtiger Bursch sein möge, wie
der erste, – oder, wenn Du
Dir eine Tochter wünschest, so bin ich auch mit einer Tochter einverstanden, – u. bin
mit herzlichen Grüßen (auch von meiner Frau)
Dein
Paul Goldmann.
Paul Goldmann.
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