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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [zwischen 7. 4. 1915 und 9. 4. 1915?]
Zweig, Stefan
Wien
Empfang: [zwischen 7. 4. 1915 und 9. 4. 1915?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 118
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.448 Zeichen
Handschrift lila Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift »Zweig«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Veröffentlichung 1
Stefan Zweig: Briefwechsel mit Hermann Bahr, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke und Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin, Hans-Ulrich Lindken, Donald A. Prater. Frankfurt am Main: S. Fischer 1987, S. 394–395.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, [zwischen 7. 4. 1915 und 9. 4. 1915?]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03653.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03653«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 7. 4. 1915

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Traumtagebuch

Traum vom 7. April 1915

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, [zwischen 7. 4. 1915 und 9. 4. 1915?]

Sehr verehrter lieber Herr Doktor, ich wäre sehr froh, wenn Sie nächstens einmal mir wieder eine Stunde mit Ihnen verstatten wollten: ich hätte gerne mit Ihnen über die Angelegenheit Unseres gemeinsamen Freundes Rosenbaum gesprochen. Immerhin sind Wir – wenn auch machtlos gegen solche Entschliessungen — der wesentlichste Teil der Interessierten und es ist die Frage, ob wir Uns ganz unbeteiligt zu einer solchen brutalen Entscheidung stellen sollten. Bis zu einem gewissen Grade glaube ich die »Reichspost« in dieser Sache zu spüren – inwieweit Dr R. im seiner Offenheit des Wortes Etwas verschuldet hat, vermag ich nicht zu entscheiden – und vielleicht wäre eine Form der moralischen Satisfaction für diesen vortrefflichen |Menschen zu finden, der nach siebzehn Jahren Tätigkeit cum infamia weggejagt werden soll. Ich weiss nicht, wie Sie in dieser Sache denken, doch ich zweifle nicht, dass sie auch Sie seelisch beschäftigt hat: mir scheint sie nicht bloss ein Einzelfall, sondern das Symptom einer Gesinnung, die sich jetzt schon mitten im Kriege entfaltet, um dann nachher agitatorisch und aggressiv zu werden und der man vielleicht heute schon in Parade entgegentreten sollte.
Dr R. weiss selbstverständlich nichts von diesem Brief. Er tut mir sehr leid: das Burgtheater war schon so sehr der Sinn seiner Existenz und seines Fühlens geworden, dass er sich kaum jemals wird wieder ganz finden können.
In herzlicher Liebe und Verehrung Ihr getreuer
Stefan Zweig
    Bildrechte © University Library, Cambridge