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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 13. 10. 1915
Zweig, Stefan
Wien
Empfang: [14. 10. 1915 – 18. 10. 1915?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 118
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.727 Zeichen
Handschrift lila Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift »Zweig«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Veröffentlichung 1
Stefan Zweig: Briefwechsel mit Hermann Bahr, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke und Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin, Hans-Ulrich Lindken, Donald A. Prater. Frankfurt am Main: S. Fischer 1987, S. 395–397.
Veröffentlichung 2
Stefan Zweig: Briefe. Bd. II: 1914–1919. Herausgegeben von Knut Beck, Jeffrey B. Berlin, Natascha Weschenbach-Feggeler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1998, S. 89–90.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 13. 10. 1915. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03655.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03655«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 13. 10. 1915

Aufenthaltsorte
Arthur Schnitzler digital (Werke 1905–1931)

Der Gang zum Weiher, Typoskript

Publikation in Vorbereitung

Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Raoul Auernheimer an Arthur Schnitzler, 13.10.1915

Quelle: The Correspondence of Arthur Schnitzler and Raoul Auernheimer with Raoul Auernheimer’s Aphorism. Edited with introduction and notes by Donald G. Daviau and Jorun B. Johns. Chapel Hill: The University of North Carolina Press, 1972 (University of North Carolina Studies in the Germanic Languages and Literatures, 73).

Gedruckte Briefwechsel

Theodor Reik an Arthur Schnitzler, 13.10.1915

Quelle: Jeffrey B. Berlin/Hans Ulrich Lindken: Theodor Reiks unveröffentlichte Briefe an Arthur Schnitzler. In: Literatur und Kritik, 1983, H. 173/174, 182-197.

Mikroverfilmung des Nachlasses

Mappe A111

Datumsangabe auf Blatt von Der Gang zum Weiher. Dramatische Dichtung: »Erster Akt.«

Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Arthur: Der Gang zum Weiher [Dramatisches] (Drucktitel)

Erstes Objekt aus der Mappe. ca 113 Bl.Abschr. mit hs. Korr.

Weiteres

Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 13. 10. 1915

|13. October 1915
Verehrter lieber Herr Doktor, ich habe gestern aus einem versteckten Winkel des Burgtheaters die Freude der Wiederbegegnung mit Ihren drei Stücken gehabt und war glücklich zu sehen, dass die Andern, denen Sie zum erstenmal gegeben waren, so herzlich ihren Dank äusserten. Mir war jedes Wort von damals noch gewärtig, manches fehlte mir sogar, nur dass der Interpret damals mir lieber war als diesmal manche seiner Darsteller. Für mein Gefühl ist Walden irgendwie unzulänglich, weil er allen Menschen, die er darstellt, etwas Unfreundliches, Antipathisches mitgibt und |selbst in seiner »Grossen Scene« fehlte ihm die Schwungkraft, die widerstandslos hinüberreisst, die Selbstberauschtheit – überhaupt, er hatte in beiden ersten Stücken nicht das, was die Menschen entschuldigt  und was Sie doch so sehr in die Rolle mitgegeben hatten, bei dem ersten die concentrierte Leidenschaft, bei dem zweiten die sprunghafte, aber Leidenschaft, Wärme doch in den beiden. Bassermann wird sicherlich unendlich besser sein und auch besser secundiert werden als in dieser sonst recht gelungenen Aufführung, die nur (wie so oft im Burgtheater) das Conversationelle nach oben kehrte und das Innerliche drückte. Ich glaube, man kennt Sie nicht gut, wenn man Ihre Stücke nur im Theater und gerade bei Uns im Theater gesehen hat: irgend ein Geheimnisvolles schwebt da weg, eine Atmosphäre, die sie nicht ganz zu |halten wissen: die menschliche Wärme strömt manchmal zwischen den Worten aus, statt sich mit ihnen chemisch zu binden. Ich habe einmal bei Brahm empfunden, wie man gerade in Wien (wo man’s doch am ehesten nicht sollte) immer ein wenig leichter machen will, als sie’s wirklich specifisch sind: ich spüre selbst im Satyrspiel des gestrigen Abends, im »Bacchusfest« so schöne Dinge, dass ich sie ganz geniessen und nicht gerne überspielt sehen wollte. Aber freilich, das Theater soll ja nicht den einzelnen Geniessern sondern dem Publicum dienen und so war ich (so sehr mir manches schöne Wort fehlte) auch der geschwinderen Form froh, weil ich sah, wie sehr die drei Stücke gewirkt haben. Gewirkt haben gegen eine düstere Zeit, gegen einen Hintergrund, der jedes Echo privaten Problemen verweigert und damit haben Sie die siebenfache Goldprobe |bestanden! Nun kann ihnen nirgends und nie mehr Ungunst geschehen, sie schreiten weiter und weiter, werden länger dauern als das Längste, was wir im Fühlen jetzt als Mass haben, als diese Zeit, die mir wie ein halbes Jahrhundert dünkt. Ich danke Ihnen für den schönen Abend, gedenke noch inngst jenes andern, da ich zuerst sie hören durfte und mein Glückwunsch zu Werk und Erfolg kommt aus aufrichtigem Herzen. Viele Empfehlungen Ihrer verehrten Frau Gemahlin und getreue Grüsse von Ihrem ergebenen
Stefan Zweig
    Bildrechte © University Library, Cambridge