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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 1. 12. 1896
Plessner, Elsa
Meran
Empfang: [2. 12. 1896 – 6. 12. 1896?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.236 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 1. 12. 1896. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03708.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03708«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 1. 12. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Schnitzler – S. Fischer
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 1. 12. 1896

|Meran, Pension Wolf, den 1. December 1896
Motto: »Unverschämt! – Was? –« (?)

Hochverehrter Herr Doctor!

Beifolgenden Brief erhielt ich – gestern von meiner Mama zugesendet, nachdem sie ihn vierzehn Tage lang aus »Rücksicht für meinen Gesundheitszustand« und zu dessen »Schonung« zurückbehalten hat und erst die Erwähnung meinerseits dort – (B) nochmals angefragt zu haben hat sie veranlasst, ihn herauszugeben. Die »Schonung«, an und für sich überflüssig, ist in diesem Fall gar nicht angebracht, denn ich habe ja dieses Resultat täglich erwartet und das sage ich ganz ehrlich!! – Sie wissen ja! – Die Pille, so |liebenswürdig in einer verbindlichen Oblate, (medicinisch richtig! – was?) hat mich durchaus nicht niedergeschmettert –. Vergleich ausgeschlossen. Kam die »Athenerin« 4 mal von dort zurück!! sagt man!! Ganz entre nous gesagt, sah ich bei der letzten Lecture meines Opus Schwächen die ich früher nie gesehen habe! Chose agreable – d. h. ich bin drüber hinaus gewachsen. Um so angenehmer, da neues Stück vor mir! – Hoffe gut! – Vederemo! – – – – Hauptsache – was mache ich jetzt mit »Heimweh«.  – Bitte, bitte, guten Rath!! – Bühne? – Keine Lust |glaube auch aussichtslos. – Was nun? – Wenn Sie so gut sein wollten, mir einen guten Rath zu geben – – Verlag? – S. Fischer? – A. Langen hat es im Vorjahr der Marholm refusirt!! Möchte doch so gern hinaus! – Vielleicht kindisch – »ein Buch!« Wirklich und wahrhaftig ein gedrucktes Buch!!  – Alte Leidenschaft von mir! – Drum – aber wahr! – Lachen Sie, so herzlich Sie wollen, verehrter Herr Doctor, ich lache auch mit – da liegt mir gar nichts dran – aber rathen Sie mir!! – – – – – – Richtig! – Nochmals herzlichsten Dank für Ihre gütige Intervention bei Dir. B.! – Wenn Sie jetzt, wo die schöne Wiener Saison, aus der ich mich bis zum Frühjahr selber verbannt habe, so prächtig im Gange ist, ein paar Augenblicke für mich Zeit finden, so packen Sie sie beim Schopf und senden ein paar Zeilen als Strahlen der Literatursonne an einer armen, bleichsüchtigen Blaustrumpf und die werden mir mehr Freude bereiten, als die der Meraner Sonne, die auf so viel krankes Menschenzeug herabstrahlen müssen. – – Bitte! – Ja? – Was mach ich also?! –
Voraus Dank mit zwei Dutzend Ausrufungszeichen – ergebenste Grüße
Elsa Plessner
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar