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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 12. 1896
Plessner, Elsa
Meran
Empfang: [30. 12. 1896 – 3. 1. 1897?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 2.209 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift eine Unterstreichung

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 29. 12. 1896. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03710.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03710«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 29. 12. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 29. 12. 1896

|Meran, Pension Wolf, den 29. 12. 96.

Hochverehrter Herr Doctor!

Anbei »Orchideen«. Erschrecken Sie, bitte, nicht über die Dampfgeschwindigkeit, mit der ich Sie überfalle. Nämlich ich dachte so: »Ist das Stück in der Anlage verhauen, so nützt keine »Feile« was, ist es aber gut, so können Sie sich die Feile »hinzudenken«. Also nehme ich keinen Anstand, es Ihnen noch in einem noch wenig verfeinerten, ersten Justzustand zu übersenden mit der Bitte um strenges Gericht, das Sie vielleicht durch Roth oder Blaustift in den Text hinein bemerkbar machen |zu wollen, so gut sind!! – Erschrecken Sie, bitte nicht, wenn Sie den Lieutenant sehen — kein Brüsewicht x-ter Auflage –. Die mit Bleistift notirte Rollenbesetzung  ist natürlich nur dazu da, Sie ein bisschen im vorhinein über die Figuren zu orientiren – – ! – Die Grundidee meines Stückes ist mir eigentlich gekommen durch die Töchter des Servius Tullus – und das sage ich Ihnen nur, weil ich nicht will, dass Sie an etwas anderes denken, was Sie auch im Beginn gewiss thun werden! – Aber Sie werden ja sehen, wie verschieden es nachher wird!! – Über dem ganzen Stück schwebt – als unausgesprochenes »Sesam« ein Wort, das ich jedoch nirgends gebraucht habe! – Ich glaube, es wird auch |Ihnen auf die Lippen treten. – Zum Schluss bitte ich Sie noch um Entschuldigung, wegen der mangelhaften äußeren Form des Manuscriptes – war in der Schnelligkeit nicht anders möglich – und Geduld habe ich keine mehr! – – So, jetzt wissen Sie alles, was ich auf dem Herzen habe – (d. h. diesbezüglich) und somit empfehle ich die »Orchideen« allen neun Musen und Ihrer Huld – – bitte! – bitte ! – bitte!!!! – lassen Sie mich nicht zu lange zappeln – aus Gesundheitsrücksichten für mich und meine »Nerven« – die sich in einem pitoyablen Zustand befinden!! – wirklich! – Ich gebe Ihnen die notariell beglaubigte Versicherung, dass ich bis zum Eintreffen Ihrer Meinungsabgabe keine geruhsame Nacht mehr erleben werde – und ob das recht viele sein werden, hängt von Ihrer Güte ab!! – – Die Sonne scheint jetzt wieder 25 Celsiusgrädig auf meinen Schreibtisch – d. h. spazieren gehen – also – – schließt mit hochachtungsvoller Ergebenheit und herzlichen Grüßen von der Frau Sonne und besten von mir
Elsa Plessner.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar