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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 9. 1. 1900
Plessner, Elsa
Wien
Empfang: [9. 1. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.645 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 9. 1. 1900. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03723.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03723«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 9. 1. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 9. 1. 1900

den 9. Januar 1900

Verehrter Herr Doctor!

Nach langer Zeit erlaube ich mir heute wieder einmal Sie an mein bescheidenes Vorhandensein zu erinnern und Ihr Urtheil über eine Arbeit zu erbitten. Es ist wiederum ein Stück, ein dreiactiges Schauspiel, das ich Ihrer Kritik unterbreite, indem ich die leise Hoffnung hege, dass dieses – mein letztes Opus – Ihnen nicht allzusehr missfallen dürfte.
|Ich kann es noch immer nicht verschmerzen, dass ich Ihnen – der Sie doch seinerzeit einige Hoffnungen auf mein Talent setzten – fortwährend Enttäuschungen bereitet habe und wenn ich auch ein Jahr lang von mir nichts habe hören lassen, so dürfen Sie nicht glauben, dass mich Ihr abfälliges Urtheil über das letzte Stück abgeschreckt habe. Welches äußerliche Schicksal dieses Schauspiel auch erleben möge – Sie bleiben doch die Verkörperung meines besseren, literarischen Ich – d. h. ich habe so eine |dunkle Empfindung als ob ich Ihnen Rechenschaft schuldig wäre, über die Verwaltung meines Talentes – . Diese meine Ansicht ist ja vielleicht etwas zeitraubend für Sie – aber wenn etwas Ersprießliches dabei herauskommen sollte, glaube ich doch, dass es Ihnen ein wenig Spaß macht. –
Beifolgende feingeäderte Seelengeschichte zartester Structur dürfte Ihnen beweisen, dass ich mich bemühe, nicht zu verflachen. Ob mein Bemühen auch |Erfolg hatte – das bitte ich Sie, mir zu sagen. Besonders der dritte Act liegt mir am Herzen und ich erwarte Ihr Urtheil über »das erste Capitel« mit unbeschreiblicher Spannung.
Seien Sie mir nicht böse über diesen neuerlichen Überfall und üben Sie – wie immer – strenges Recht.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Elsa Plessner.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar