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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 10. 1. 1900
Plessner, Elsa
Wien
Empfang: [10. 1. 1900 – 13. 1. 1900?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.1985.1.419
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.016 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 10. 1. 1900. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03724.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03724«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 10. 1. 1900

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Elsa Plessner an Arthur Schnitzler, 10. 1. 1900

den 10. Januar 1900

Verehrter Herr Doctor!

So schnell!! Dafür danke ich Ihnen doppelt!
Ihr heutiger Brief hat mir viel Freude gemacht. Sie haben nicht über »Schlamperei« und »Leichtsinn« geschimpft, wie sonst immer – das ist für mich der größte Erfolg! – – Sehr überrascht war ich, dass Sie die Theaterwirksamkeit »des »ersten C.« in Abrede stellen. Zugegeben dass der Stoff eigentlich für eine Novelle gepasst hätte – ich selbst habe ihn darauf|hin ernstlich studiert –, bot er mir andrerseits durch die zahlreichen auch in der Novelle nothwendigen Scènen – d. h. Dialoge, durch die Steigerung der Handlung und deren geringe Zeitdauer (1 ½ Tage) unleugbare dramatische, ja sogar Bühnenmöglichkeiten. Sie haben ja ganz recht – der Stoff ist sehr dünn und ich habe das nicht übersehen – aber er hat mich trotzdem gereizt – und ich will doch die Probe auf die Bühnentragfähigkeit machen. – Als Erstlingsstück ist es rettungslos dem Durchfallen geweiht – das weiß ich. – Aber als zweites – auf einen |gewissen literarischen Credit hin, will ich den Versuch einer Aufführung wagen. –
D. h. ein auswärtiges großes Theater wird gegen Ende März ein anderes Stück von mir aufführen – und das weitere wird sich finden. Doch das ist Zukunftsmusik – .
Für heute will ich Ihnen nur nochmals herzlich danken und schließlich noch bemerken, daß Sie ganz recht hatten bezüglich der »Widmung«! Ich hatte sie mit Bleistift auf das Titelblatt meines Conceptes gesetzt und mich, so oft ich mich zur |Arbeit setzte – daran »gestimmt«. Als es die Abschreiberin erhielt, vergaß ich ganz auf diese nur zu meinem persönlichen Gebrauch dienenden Zeilen. So sind sie auf die zwei Abschriften übergegangen – die natürlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind – geschweige erst für Herrn »Fery Derffler«. – Auch ich liebe keine Intimitäten mit dem Publikum. Ich bitte Sie also, mich einer solchen Geschmacklosigkeit doch nicht für fähig zu halten – so viele andere ich auch auf dem Gewissen haben möge.
Mit alter Verehrung
Elsa Plessner.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar